Page 9 - TREND REPORT November 2017
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TREND REPORT
November 2017 | Future Store 9
Fingerabdruck-Scan identi ziert er sich, die Bezahlung geschieht automa- tisch per Lastschrift. Neue Wege beim Bezahlen erö nen sich auch für On- line-Händler, und zwar insbesondere, wenn sie ihr Geschäft internationalisie- ren wollen. Der grenzüberschreitende Zahlungsverkehr im Online-Handel nimmt stetig zu, „rund 50 Prozent der Kunden haben schon einmal in auslän- dischen Shops gekauft“, sagt Dominik Haarmann, Country Manager bei Ela- von Deutschland. Als Payment- Dienstleister stellt Elavon eine techno- logische Plattform zur Verfügung, um den internationalen Online-Handel zu vereinfachen. „Dem Kunden ist es wichtig, in der Heimatwährung bezah- len zu können“, weiß Haarmann. Fehlt die Möglichkeit, brechen die meisten den Kauf ab. Eine Plattform wie „Mul- ti-Currency-Conversion“ von Elavon ermöglicht es Online-Händlern, ihre Produkte in unterschiedlichsten Wäh- rungen anzubieten und das Pricing den jeweiligen Marktgegebenheiten anzu- passen. Mit Technologiepartnern wer-
den gleichzeitig Anbindungen der Zahlungsplattform an Zahlungstermi- nals und Kassensysteme im stationären Handel entwickelt. So wachsen Online und O ine auch beim Payment zu- sammen – ein smarter Service für Kun- den, die, egal wo sie sich be nden, im- mer in ihrer eigenen Währung bezah- len können.
Smart Services werden zum Differenzierungs- kriterium
Smart Services entstehen, wenn (Handels-)Unternehmen ihr spezi - sches Kunden- und Prozesswissen mit Informationen aus Daten zusammen- führen und über geeignete Schnittstel- len dem Kunden zur Verfügung stel- len. Bereits heute kommen im Handel selbstlernende Systeme zum Einsatz, um präzisere Abverkaufsprognosen zu stellen und Preise gewinnoptimiert festzulegen. Der nächste Schritt wären dann Chatbots, die Kundenservices übernehmen, und Lieferroboter für
„
Der Kanal wird zweitrangig. Das Erlebnis steht im Vordergrund. “
den Transport auf der letzten Meile. Amazon hat bereits 2016 die erste kommerzielle Drohnenzustellung durchgeführt. Der Aufbau solcher in- telligenten Services wird für den Han- del zum Di erenzierungskriterium und damit mehr und mehr dafür ver- antwortlich, welche Wettbewerbsposi- tion ein Unternehmen einnimmt.
#ZukunftHandel #Kundenzentrierung #Handel
Interview
Digital Experience it KI
m  Michael Gerard, ein „Top 50“-Con-
tent-Marketing-Influencer, spricht über Trends im Omnichannel-Management, Digitalisierung im Handel und die Fra- ge, wie sich Kunden mit Smart Services begeistern lassen.
http://trendreport.de/digital- experience-mit-ki
Warenlager digitalisieren – und Bilanz aufbessern
In vielen Unternehmen gibt es einen Bereich, in dem das Digitalisierungs- potenzial zwar besonders groß ist, doch in dem die Modernisierung oft- mals stockt: das Warenlager.
Hier will die Deutsche Warenlager GmbH (DWLG) aus Garmisch-Par- tenkirchen Abhilfe schaffen. Ihr Geschäftsführer Mario Springer bietet jedoch noch mehr als Smart Warehousing an: Seine Kunden kön- nen mit der DWLG auch die eigene Bi- lanz aufbessern. Wie das geht, erklärt er im Interview.
Herr Springer, wie kamen Sie zum Smart Warehousing?
Deutschland hinkt bei der Digitali- sierung hinterher, das belegen zahl- reiche Studien. Kein Wunder, schließ- lich kostet die Integration neuer ERP-Systeme viel Zeit und Geld. Wir haben also beschlossen, uns mit der DWLG auf die vielen Mittelständler zu konzentrieren, die sich noch nicht an die Digitalisierung herangetraut haben und die extern nach Hilfe su- chen.
Wie funktionieren die von Ihnen ab- gebildeten ERP-Systeme?
Sie unterstützen das Lagermanage- ment und die kaufmännischen Prozes- se von der Einlagerung über die Ent- nahme und die Fakturierung bis zum Versand der E-Rechnung. Die Systeme sind multilagerfähig, das heißt, sie können die Lagerarchitekturen einer unbegrenzten Anzahl von Kunden mit einer beliebigen Anzahl von Lagern und damit verbundenen Lagerorten in Echtzeit abbilden. Wir analysieren durch unser Warenwirtschaftssystem permanent die Bestände und die La- gerbewegungen. Ein umfangreiches Reporting sichert den Kunden den Überblick.
Wie unterscheiden sich Ihre ERP-Sys- teme von denen der Konkurrenz? Viele Systeme geben wieder, wann ein Lager geleert wird. Aber wir identi zieren nicht nur Spitzenzeiten. Unser ERP-Sys- tem erkennt vorher, dass die Nachfrage anzieht und dass bald ein Minimalstand erreicht sein wird. Das ist ein echter Wettbewerbsvorteil, denn wir ermög- lichen auf diese Weise einen kos-
tengünstigen Wareneinkauf – außer- halb der Spitzenzeiten, wenn die Ware billiger ist. So können wir den Bestell- rhythmus unserer Kunden verbessern.
Sie bieten Ihren Kunden auch an, de- ren Lagerbestände aufzukaufen. Was hat es damit auf sich?
Ganz einfach: Wir verbessern die Bi- lanz unserer Kunden. Denn durch den Verkauf ihrer Bestände an uns generie- ren sie nicht nur Umsatz und Ertrag, sondern entfernen den Lagerbestand
aus ihren wirtschaftlichen Kennzahlen. Unser Unternehmen sichert zudem ihre Lieferfähigkeit, denn die Kunden können den Lagerbestand im eigenen Lager dann als Konsignationslager für die DWLG führen und dadurch jederzeit verfügbar halten. Durch den Aufkauf der Lagerbestände stehen die Waren unseren Kunden wie immer jederzeit zur Verfügung – doch sie haben zu- gleich ihre Liquidität verbessert.
www.dwlg.de
Im Gespräch: Mario Springer berichtet über neue Wege, das Warenlager zu mo- dernisieren – und dabei die Bilanz aufzubessern.
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