Page 8 - TREND REPORT November 2017
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8 Future Store | November 2017
TREND REPORT
feld, welches den Modehandel wie auch die Logistikexperten vor enorme Herausforderungen stellt. Diese mani- festieren sich in immer komplexer wer- denden Prozessen der Fashion-Logistik – induziert unter anderem durch Multichannel-Distribution oder Omni- channel-Distribution, aber auch durch höhere Retourenquoten.
Intralogistische Lösungen für die Textilindustrie
„Anprobieren vor dem eigenen Spiegel, kostenlose Rücksendung und Preis- druck durch starke Konkurrenz haben die Anforderungen im innerbetriebli- chen Material uss für Produzenten und Hersteller signi kant erhöht“, weiß Franz Stöger, Vice President Mar- ket Sector Fashion bei der SSI Schäfer Automation GmbH, Graz/Österreich. Das Unternehmen hat einen System- baukasten an intralogistischen Lösun- gen für Textilindustrie und Modehan- del entwickelt, um den komplexen An- forderungen der Fashion-Branche gerecht zu werden. Handelsunterneh- men können damit ein breites Pro- duktspektrum lagern, Waren nach
Auftragseingang schnell ausliefern, täg- liche und saisonale Spitzen e zient be- wältigen und ihr Retourenhandling optimieren.
In einer ähnlichen Lage be ndet sich der Lebensmitteleinzelhandel. Home- Delivery und E-Commerce gewinnen an Bedeutung; die Unternehmen der Branche müssen sich damit auseinan- dersetzen, wie die zunehmende Digita- lisierung den Markt und Konsumen- tentrends beein usst. Zwar hat der sta- tionäre Handel hier noch den größten Marktanteil, aber die großen Player wie Amazon stehen mit neuen Model- len wie der Lebensmittellieferung schon vor der Tür und decken dabei bereits komplette Wertschöpfungsket- ten von Produktion bis Verkauf ab. Auch dem regionalen Lebensmittelein- zelhändler ist es aber unbenommen, die neuen Technologien zu nutzen, um seinerseits smarte und innovative Lie- ferservices anzubieten und sein Kern- geschäft damit zu erweitern.
Die Veränderungen gehen hier so weit, dass aufgrund wachsender Bedeutung des E-Commerce sogar über neue Ver- packungen von Lebensmitteln nachge-
„Smart Service ergibt eine ganz neue Art der Wertschöpfung“, so Wolf- gang Wahlster, Direktor, DFKI.
dacht werden muss. Diese orientieren sich bislang an den Logistikanforde- rungen des Handels, indem sie für den Palettenversand optimiert und display- fähig sind.
Hier sind Hersteller und Händler ge- fordert, gemeinsam Lösungen zu erar- beiten, um die positive Entwicklung des E-Commerce zu unterstützen, so die Autoren einer aktuellen Studie der TU Berlin zu Zukunftstrends der Le-
bensmittellogistik. Die neuen techni- schen Möglichkeiten sind Basis für ein erhöhtes Anspruchsdenken der Kun- den 4.0. Diese erwarten vielfältige phy- sische und digitale Touchpoints, stän- dige Verfügbarkeit von Angeboten und kanalübergreifende Kommunikations- und Transaktionsmöglichkeiten. „Vor allem Kleinunternehmen, die die Mehrheit unserer Partner ausmachen, fehlt oftmals die Erfahrung und die Expertise, um professionelles Online- Marketing umzusetzen. Hierdurch überlassen sie den Wettbewerb um den Kunden 4.0 den Konzernen, die sich hochspezialisierte Marketing-Experten leisten können“, so Dominik Dreyer, Geschäftsführer Groupon Deutschland.
Das Unternehmen bietet mit seiner Rabattplattform ein Marketingtool für die lokale Service- und Produktland- schaft und ist für viele seiner Partner der erste digitale Touchpoint mit ihren Kunden. Dreyer: „Die meisten unserer Kunden probieren einen Service-Part- ner, wenn sie dessen Deal bei uns er- worben haben, zum ersten Mal aus. Stimmen Service und Beratung vor Ort, kommen sie wieder.“ Smart an diesem Service ist, dass Groupon die angebotenen Leistungen zusätzlich partnerspezi sch über A liate-Marke- ting, SEO, SEM, E-Mail-Marketing, Mobile Push-Alerts an die Medien be- wirbt.
Im Store schließen kassenlose Check- outs das smarte Einkaufserlebnis ab. Der Kunde transferiert die Einkäufe seiner Einkaufsassistenten-App. Diese gibt einen Strichcode aus, den der Kunde an der SB-Kasse einscannt. Per
„Joy of Use“ für Versicherungsportale
Wie Customer-Self-Service-Portale (CSSP) die Kundenbindung bei Ver- sicherungsgesellschaften erhöhen, diskutierte die TREND-REPORT-Re- daktion mit Sascha Däsler, Manager PPI AG.
Schon seit der Kaiserzeit ist auf manch starke Gemeinschaft Verlass. Doch Zeiten ändern sich. Der Kunde ist längst digital und seine Verträge sind oft online abgeschlossen. Schade nur, dass die restliche Kommunikation mit den Versicherern oft noch abläuft wie unter der Pickelhaube konserviert – per Post. Zwar gibt es auch Kunden- portale, doch handelt es sich dabei entweder um aufwendig implemen- tierte Self-Service-Systeme mit kom- plizierten Identi kations- und Au- thenti zierungsverfahren oder um ins Web übertragene Papierformulare. „Beide Varianten erfüllen nicht die An- forderungen, die ein Kunde an einen digitalisierten Prozess hat“, weiß Däs- ler.
Sascha Däsler zeigt auf, wie Versicherer vom E-Commerce lernen können.
E-Commerce-Erfolge belegen, dass konsequent digitale und automati- sierte Prozesse einen hohen Service- level gewährleisten und so zu glückli- chen und zufriedenen Kunden führen.
„Joy of Use“ ist daher auch das pas- sende Stichwort mit dem die PPI diesen Ansatz überträgt. Durch den Abbau von Einstiegshürden, die Im-
plementierung intelligenter Business- Rules und die Fokussierung auf das Notwendige wird eine hohe Kunden- zufriedenheit erzielt. Bei der Scha- densregulierung bspw. sind vollstän- dig erfasste Daten sowie Nachweise über eingetretene Schadenfälle es- senziell. „Unser CSSP erfasst nur die notwendigen Daten und bereitet die- se strukturiert auf, fordert alle not- wendigen Nachweise an und speist diese in die Systemlandschaft des Ver- sicherers ein“, so Däsler.
Da nur valide Daten akzeptiert wer- den, sind auch nur valide Schadens- meldungen möglich. Eine langwieri- ge Korrespondenz mit dem Sachbear- beiter entfällt. „Für den Versicherer verkürzt sich die durchschnittliche Be- arbeitungsdauer eines Schadenfalls um bis zu 75 Prozent“, bezi ert Däsler den Vorteil einer zeitgemäßen Strate- gie.
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Bildmotive Copyright PPI GmbH Bildmotive Copyright DFKI / Jim Rakete.de











































































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