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TREND REPORT
November 2017 | Digitale Arbeitswelten 29
Neue Technologien verändern die Zu- sammenarbeit. Als Open Space ohne festen Arbeitsplatz passt sich das Büro den Gegebenheiten an. In „Huddle- Rooms“ werden der Außendienst sowie die steigende Zahl an Telearbeitern mit einbezogen.
Nichts ist beständi- ger als der Wandel. Der von Heraklit entlehnte Marke- tingslogan der Evo- lutionstheorie erreicht in unserer Zeit völlig neue Dimensionen. Neue Tech- nologien verändern die Arbeitswelt und Unternehmen kämpfen als Arbeit- gebermarken um Fachkräfte, die diese Innovationen noch weiter vorantreiben. Doch was zeichnet eine Arbeitgeber- marke in Zukunft aus? Welche neuen Möglichkeitenmüssengeboten,welche Herausfordereung bewältigt werden, um in Zukunft attraktiv zu bleiben?
Während sich die jetzige Arbeitneh- mergeneration noch über die Errun- genschaften der 38,5-Stunden-Woche freut, lässt sich der Begri  der Arbeits- zeit immer schwerer de nieren. Digita- le Technologien wie Cloud, Smartpho- ne und Tablet ermöglichen freieres Ar- beiten, orts- und zeitungebunden. Sie führen aber auch dazu, dass die Tren- nungslinien zwischen Arbeit und Pri- vatleben verschwimmen. Von vielen Beschäftigten wird jetzt erwartet, dass sie in der Freizeit erreichbar sind. Um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben, müssen zwar Modelle angeboten wer-
den, die mehr Flexibilität zulassen, doch mit Blick auf die Arbeitnehmer- zufriedenheit muss trotzdem eine ver- nünftige Work-Life-Balance ermög- licht werden.
Neue Formen der Zusammenarbeit
„Die nächste Generation von Arbeit- nehmern setzt die entsprechenden Struk- turen am Arbeitsplatz einfach voraus“, weiß Anne Marie Ginn, Snr. Category MarketingManager,VideoCollabora- tion EMEA bei Logitech. Im Zuge des- sen ändern sich die Bürolandschaften. Fixe Schreibtischarbeitsplätze verschwin- den und „Open Spaces“ etablieren sich. „Entscheidend ist, dass man sich über Technik und Raumplanung Gedanken macht und sehr viel Wert auf die Akus- tik und Aufteilung der einzelnen Berei- che legt“, so Ginn, die auch auf die Not- wendigkeit von Rückzugsmöglichkeiten hinweist. „Mit Blick auf die Meeting- räume ist es wichtig, dass jeder Raum mit der entsprechend hochwertigen Technik ausgestattet ist. Dazu gehören ein guter Bildschirm, ein möglichst cloudbasiertes Videokonferenzsystem und eben auch die qualitativ hochwer- tige Video- und Audio-Peripherie.“
Videokonferenzsysteme er- möglichen auch neue Formen der Weiterbildung, indem eine Anwe- senheit vor Ort obsolet wird. Attrakti- ve Arbeitgeber bieten jetzt immer mehr Möglichkeiten der Wissensvermitt- lung, die sich im Zuge der Digitalisie- rung zusehends von der Drucker- schwärze löst. Edutainment bzw. Di- gital Game-based Learning setzt hierbei auf das Motivationspotenzial von Computerspielen, wie auch unsere Bundeskanzlerin am Landwirtschafts- simulator auf der diesjährigen GamesCon feststellen konnte. Neben dem Bestreben nach Selbstverwirkli- chung korreliert die Notwendigkeit zur Weiterbildung im Diskurs zur Ar- beit 4.0 mit einem grundlegenderen Konzept der Maslow‘schen Bedürfnis- pyramide – die Sicherheit des Arbeits- platzes ist durch die Digitalisierung ge- fährdet. So fordert unsere Noch-Bun- desministerin für Arbeit und Soziales im Vorwort des „Weißbuchs Arbeiten 4.0“ „eine Weiterbildungso ensive und ein Recht auf Weiterbildung, weil sich Tätigkeiten in einem neuen Aus- maß verändern“. Der Begri  der Wei- terbildung ist in diesem Zusammen- hang jedoch trügerisch, denn er sugge- riert, dass auf bestehendes Wissen
Neue Arbeitswelten

























































































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