Page 23 - TREND REPORT November 2017
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TREND REPORT
November 2017 | Smart Energy 23
lem die Großstädte unter der mit Fein- staub einhergehenden Belastung von Benzinern und Diesel. Bis 2020 soll- ten, so stellte es sich die Bundesregie- rung 2011 vor, eine Million E-Fahrzeuge auf deutschen Straßen surren. Zu Jah- resbeginn waren es ganze 34022. Ein Problem ist die fehlende Ladesäulenin- frastruktur, die viele Endkunden vom Kauf abhält. Andererseits rentiert sich auch der Betrieb von Ladesäulen nicht, wenn sie nichts zum Beladen haben. Das Dilemma lösen kann nur eine ernsthafte politische Initiative, wie das Beispiel Amsterdam verdeutlicht. Mit 2200 Ladesäulen  ndet man in der mit 850 000 Einwohnern größten Stadt der Niederlande nahezu überall einen Stromzapfhahn. Zusätzlich verschärft die Stadt die Abgasgrenzen für die In- nenstadt und richtet Verbotszonen für Fahrzeuge ein, die zu viel emittieren. Car-Sharing-Anbieter für E-Mobilität, die andernorts wegen des Infrastruk- turproblems keinen Gewinn erwirt- schaften, tummeln sich dort. Neue Entwicklungen für das urbane E-Mo- bilitätskonzept der Zukunft stecken schon in der Pipeline. So könnten sich
Entwicklung von Primärenergieverbrauch, Stromerzeugung und Energieeffizienz
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Zum bereits vierten Mal findet vom 9.11.17 - 10.11.17 die Fachtagung Smart Energy statt. Unter dem Titel „Dezentrale Systeme – Wie smart ist die schöne neue Energiewelt?“ bietet sie ein Forum zur Diskussion der aktuellen Entwicklungen und energiewirtscha - lichen Aspekte. Namha e Referenten aus Wirtscha  und Forschung geben die notwendigen Impulse für einen an- wendungsorientierten wissenscha li- chen Gedankenaustausch.
www.smart-energy-conference.de
1990 1995 2000 2005 Energieeffizienz
Bruttostromerzeugung Primärenergieverbrauch
2010 2015 Index (100) = 1990
Die Wirtschaft wächst weiter, obgleich der Primärenergieverbrauch an- nähernd stabil bleibt – das gelingt nur durch gesteigerte Energieeffizienz.
die Fahrzeuge eines Anbieters bei Be- darf gegenseitig au aden. Beim Halten an Ampeln werden die Batterien via Induktion gefüllt. Abgerechnet werden dabei auch Kleinstbeträge unterhalb der Centgrenze, die Blockchain macht es möglich. Bis zum Klimagipfel 2050 übrigens soll der Verkehr überwiegend
auf elektrischen Antrieben basieren. Im Land des Abgasskandals ein außer- ordentlich ambitioniertes Ziel.
#Energieeffizienz #Nachhaltigkeit #SmartEnergy
Ungenutzte Energiepotenziale heben
Energiemanagement und die Umset- zung von Einsparmaßnahmen in der Industrie sind vor allem wirtschaft- lich getrieben, denn Unternehmen müssen ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten. Zukunftsfähig sind heute vorrangig Lösungen, die über die rei- ne Energiee zienz hinausgehen.
Für Olaf Kipp, Geschäftsführer des Ener- giedienstleisters Ökotec und Director Business Development Industrial Syn- ergies bei Veolia Deutschland, ist die Es- senz eines umfassenden Energiema-
nagements ihre Ganzheitlichkeit. „Beim Kunden betrachten wir nicht nur ein- zelne Anlagen oder Teilprozesse, son- dern verknüpfen Energiemessungen mit weiteren Daten, wie z. B. umfas- senden produktionsrelevanten Daten“, sagt Kipp. Dafür hat der Energiedienst- leister Ökotec Energiemanagement GmbH, seit 1999 auf dem Markt und mit 35 Beschäftigten in über 800 Pro- jekten weltweit aktiv, mit der Software EnE Co ein äußerst wirkungsvolles Ins- trument gescha en. Sie greift unter an- derem schnittstelleno en auf bereits
vorhandene Daten, z. B. aus der Anla- gensteuerung, zurück und verknüpft diese mit weiteren, z. T. neuen Daten zu relevanten KPI. Eine daraus ermittelte E zienzkurve unterstützt bei der Iden- ti zierung von Einsparpotenzialen. EnE Co wird kontinuierlich in der Pra- xis weitentwickelt und an Kundenbe- dürfnisse angepasst.
„Wir wissen, dass es im Sinne einer Ganzheitlichkeit notwendig ist, auch Daten von Medien wie Wasser und Rohsto en einzubeziehen“, meint Kipp. Ökotec als Teil der Veolia-Gruppe kann Lösungen in Richtung Ressourcene zi- enz stärker verfolgen und auch alterna- tive Energiequellen erschließen. „Zum Beispiel organische Sto e im Abwasser zur Energiegewinnung für das Werk umsetzen oder anfallende Abfallsto e in den Prozess zurückgegeben – ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft“, erläu- tert Kipp. Auf Wunsch kann das mit Ve- olias Unterstützung bis hin zur Be- triebsführung der Medienversorgung reichen, sodass der Kunde sich ganz
auf den Kernprozess konzentrieren kann.
Klärschlamm, Ersatzbrennsto e oder Produktionsreststo e sind laut Kipp wertvolle, aber noch nicht ausreichend genutzte Quellen zur Energiegewin- nung. Die Potenziale von Sto - und Ressourcenkreisläufen sowohl in der In- dustrie als auch in den Kommunen müssten stärker genutzt werden als das heute vielerorts der Fall ist. Auch das Zusammenspiel von beiden Sektoren sei sehr interessant, denn es gibt vieler- orts ungenutzte Abwärme aus der In- dustrie, die Kommunen zur Verfügung gestellt werden könnte – auch hier ist Veolia bereits tätig. Olaf Kipps Fazit: „Wir müssen daher weg vom Denken einer separierten Energieversorgung, son- dern zunächst ganzheitlich betrachten, wo noch ungenutzte Energien darauf warten, wirtschaftlich eingesetzt zu werden.
www.veolia.de www.oekotec.de
Mit ganzheitlichen Lösungen steigern Veolia und der Energiespezialist Ökotec die Ressourceneffizienz in der Industrie.
Bildmotiv Copyright: EnviroChemie GmbH Bildmotiv Copyright: Veolia GmbH
Quelle: Arbeitsgemeinscha  Energiebilanzen (AGEB), Statistisches Bundesamt (StBa)































































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