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TREND REPORT November 2017 | Smart Energy 21
Smart Energy
Auch dieses Jahr treffen sich wieder alle Akteure auf der Weltklimakon- ferenz in Bonn. Doch der Blick über die Landesgrenzen sollte nicht von den eigenen Aufgaben ablenken.
The concept of global warming was created by and for the Chinese in order to make U.S. manufacturing non- competitive.“ Nicht nur, dass der zweitgrößte CO2-Emitent der Welt unter einer Präsidentschaft leidet, die den Klimawandel für eine Verschwö- rung der Chinesen hält, auch weitere Rückschläge musste der Klimaschutz in letzter Zeit einstecken. Bereits im September 2010 entwickelte die Bun- desregierung ein Energiekonzept, wel- ches unter anderem vorsieht, die Treib- hausgas-Emissionen um 40 Prozent bis zum Jahr 2020 gegenüber dem Jahr 1990 zu reduzieren. Knapp 25 Prozent waren dabei zu diesem Zeitpunkt be- reits gescha t, wodurch das ganze Vor- haben weniger ambitioniert wirkt. Dennoch wurden seither in regelmäßi- ger Reihenfolge Aktionsprogramme initiiert, da man den selbstgesteckten Zielen hinterherhinkte, bisher ohne Erfolg. Bestenfalls 32,5 Prozent lautet das vernichtende Urteil einer aktuellen
Auswertung des Bundesumweltminis- teriums. Hauptgrund sind die weiter- hin hohen Emissionen in der Strom- produktion, insbesondere bei Kohle- kraftwerken.
Die größte Herausforderung
des Kohleausstiegs ist dabei die Unbe- ständigkeit erneuerbarer Energien so- wie ihre dezentrale Erzeugung. Von den Alpen bis ins Meer wird in Wind- parks, Solarfarmen u. Ä. mal mehr mal weniger erzeugt. Durch eine gleichzei- tige unkoordinierte Einspeisung vieler Erzeuger drohten instabile Netzzustän- de. Hinzu kommt, dass aus einstigen Konsumenten jetzt Prosumenten wer- den, deren Bedarf an zugeliefertem Strom wetter- und tageszeitabhängig  uktuiert. Intelligente Stromnetze, so- genannte Smart Grids, bieten die Lö- sung. Mittels einer zentralen Steuerung werden die verzweigten Netze optimal aufeinander abgestimmt, wodurch auch Leistungsschwankungen ausge- glichen werden. Zu diesem Zweck  ießt durch ein Smart Grid nicht nur
Strom, sondern auch Daten, die durch Smart Meter erhoben werden. In Ver- bindung mit Energiemanagementsys- temen werden Netzbetreiber damit in die Lage versetzt, in kurzen Abständen Informationen zu Energieproduktion und Verbrauch zu erhalten.
Durch Smart Meter lassen sich dabei auch Vorteile für den Endkunden er- zeugen, die über das Wegfallen der Stromzählerablesung hinausgehen. Der Kunde erlangt in Echtzeit Infor- mationen zu seinem aktuellen Strom- verbrauch und Tarife werden möglich, die die aktuelle Nachfragesituation im Netz widerspiegeln. Als Preissignal können diese Informationen an smarte Produkte weitergegeben werden, die ihren Verbrauch an die Marktsituation anpassen. Stellt beispielsweise der Energieversorger in der Nacht den Strom günstiger zur Verfügung, be- ginnt die smarte Waschmaschine erst dann ihren Schleudergang. In der in- dustriellen Produktion ist das Einspar- potenzial ungleich größer. Das Indust-
von Andreas Fuhrich a.fuhrich@trendreport.de
trendreport.de
Clever und nachhaltig
Sogenannte moderne Messeinrich- tungen (MME) sind gar nicht smart. Erst ein intelligentes Messsystem (IME), bestehend aus einem digitalen Strom- zähler und einem Gateway, sowie einem Kommunikationsmodul, ist wirklich „smart“ und bringt den Ver- brauchern echte Mehrwerte. www. trendreport.de/smart-meter
Bildmotive Copyright: Fresh Energy GmbH





















































































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