Page 20 - TREND REPORT November 2017
P. 20

20 Smart Services & Smart Citys | November 2017
TREND REPORT
Es gibt viele Stellschrauben, an denen Smart Services in der Industrie anset- zen können. Auch Energievertriebe können demnächst von neuen Smart Services pro tieren und/oder die Vor- teile an ihre Kunden weiterreichen. So erforscht die BGreenPocket GmbH zusammen mit Projektpartnern im EU-geförderten Horizon-2020-Projekt den E ekt von Rabatten, Energiespie- len und sozialen Netzwerken auf das Verbrauchsverhalten von Haushalten. Mit diesen Modulen wäre die Planung zeitbasierter Rabattaktionen und von Benachrichtigungen durchsetzbar, zu- dem erö neten sich neue Kommuni- kationskanäle für mehr Kundennähe.
Kundenzentrierung heißt auch
das Erfolgsrezept der KPS AG, die Ver- kaufsplattformen für Unternehmen entwickelt und bereitstellt. „Sensorik bietet auch dem Handel die Möglich- keit, weitere Erkenntnisse über das Verhalten des Kunden und seine Nut- zung von Produkten zu gewinnen“, weiß Stefan Metzger, als Partner der KPS AG verantwortlich für das Busi- ness-Consulting im digitalen Segment. Die Datenerfassung geschieht durch Smart Devices oder durch Technologi- en, die direkt in den Filialen installiert werden. Gerade im Freizeit- und Ge- sundheitsbereich wird es viel mehr An- wendungsfälle geben und der Ange- botsumfang von Smart Services stark erweitert werden. Der stationäre Han- del kann seine Position in vielen Seg- menten durch den direkten Zugri  auf den Kunden stärken, und mit durch- dachten Omnichannel-Lösungen und Smart Services die Kundenbindung ge- zielt und e zient intensivieren.
Das Thema Security-Manage- ment muss im Kontext von Smart Services und dem Internet of  ings ebenso neu ausgerichtet werden. IoT- Security-Lösungen sind gefragter denn je. NTT Security launchte kürzlich Se- curity-Services für industrielle Steue- rungssysteme unter dem Namen IT / OT Integrated-Security-Services. „Diese ver- schiedensten Dienstleistungen beste- hen aus einer Kombination von Bera- tungsdiensten und Managed-Security- Services“, stellt Kai Grunwitz, Senior Vice President EMEA bei NTT Secu- rity, das Angebot vor. „Die Consulting- Services zum Beispiel visualisieren Komponenten und potenzielle Risiken eines Produktionssystems. Sie bieten
umfangreiche und e ziente Sicherheits- maßnahmen inklusive Netzwerk-Seg- mentation,FilterungvonOT-Protokollen und Erkennung von Schwachstellen in Produktionsnetzen. Die Managed- Security-Services ermöglichen eine pro- aktive Verteidigung industrieller Steue- rungssysteme durch eine kontinuierli- che Überwachung, Erkennung und Abwehr von Cyberangri en.“
Auf in die Smart-Service-Welt
An dieser Stelle ist es schier unmöglich, alle Smart-Services, Produkte und Lö- sungen vorzustellen, die es schon gibt oder an die schon zu denken gewagt wurde. Sie werden Anwendung  nden in unserem Heim und in der Stadt, im Gesundheits- und P egebereich, bei Sport und Spiel, bei der Verkehrsüber- wachung und -steuerung, beim Hand- werk und in der Wartung, beim Ban- king, in der Produktion, Landwirtschaft und Logistik, schlichtweg überall. Um diese Entwicklung zu begleiten und zu fördern, scha en Politik und gesell- schaftliche Akteure die notwendigen Rahmenbedingungen in Deutschland. 2016 startete das BMWi das Technolo- gieprogramm „Smart Service Welt I“, das 20 Smart-Service-Projekte fördert, die die Vielfalt der Smart Services ab- bilden. Sie können vier  emenberei- chen zugeordnet werden: Mobilität, gutes Leben, Produktion und Quer- schnittstechnologien.
Potenzielle Risiken für Pro- duktionssysteme
Bei allem technisch Machbaren darf man aber nicht vergessen, die Menschen auf diese Reise mitzunehmen. Sie sind diejenigen, für die die Smart Services gemacht sind und die sie an- wenden sollen. Ihre Berührungsängste und Befürchtungen müssen ernst ge- nommen werden. Nur so kann man sie völlig ausräumen, um dann gemein- sam in die schöne, neue Smart-Service- Welt gehen oder fahren zu können.
#DigitaleTransformation #vernetzteGesellschaft #digitaleÖkosysteme
FM 4.0: Dr. Alexander Gran- derath lädt gerne Interes- sierte in das Anschauungs- labor seiner Firmenzentrale
nach Düsseldorf ein.
Smart Building-Services
Dr. Alexander Granderath, Country Manager von ISS Deutschland, sprach mit der TREND-REPORT-Re- daktion über Sensorik, das IoT und Facility-Management 4.0.
Mit innovativer Sensortechnologie kön- nen bereits heute Energieverbräuche, Licht, Gewicht, Luftfeuchtigkeit, Prä- senz, Temperatur und Kohlendioxid u.a. in Gebäuden erfasst werden. Wel- ches Potenzial in der Verwendung die- ser Daten mit den neuen Möglichkei- ten des IoTs steckt, hat ISS Deutsch- land eindrucksvoll bewiesen und die eigenen Firmenzentralen in Kopen- hagen und Düsseldorf damit ausge- stattet. Im Gespräch erklärte uns Dr. Alexander Granderath die Hintergrün- de: „Unser internationales Headquarter in Kopenhagen und unsere deutsche Hauptverwaltung in Düsseldorf – ‚The Lab‘ – wurden von unserem eigenen Unternehmen für Arbeitsplatzmanage- ment neu gestaltet. Ziel war es, ein FM-4.0-Anschauungslabor zu scha en, das die Arbeitswelt nach den Prinzipi- en der‚New Ways of Working‘ erlebbar macht, mit nutzerorientierten Dienst- leistungen, gelebten Service-Werten und innovativen Technologien.“ Gran- derath lädt gerne Interessierte nach Düsseldorf ein, damit sich jeder selbst davon ein Bild machen kann.
Dass es ISS mit dem Thema „Facility- Management 4.0“ ernst meint, belegt auch die 2016 geschlossene Partner- schaft mit IBM. „Big Data & Machine- Learning sind die Schlüsselkompe- tenzen, um aus großen Datenmen- gen von Sensoren neues Wissen zu generieren und für alle Beteiligten nutzbar zu machen – für Nutzer, Kun- den und Service-Mitarbeiter. IBM hat
Technologien wie Cloud, Bluemix und Watson, die es ermöglichen, diese Daten zu erheben, zu speichern und in Informationen umzuwandeln. Die Partnerschaft mit IBM Watson hilft uns, die Datenzusammenhänge von Da- tenquellen zu erschließen, Muster zu erkennen und optimierte Handlungs- empfehlungen für den Service-Work-  ow vorzugeben“, betonte Granderath.
Durch die intelligente Auswertung der Sensordaten werden Gebäude mit den neuen Lösungen zusätzlich in die Lage versetzt, Energie einzu- sparen. Granderath erklärte uns dazu: „Man kann alleine über die bessere Kenntnis eines Gebäudes bereits 10 bis 15 Prozent Energiekosten einspa- ren. Vorteile liegen beispielsweise in einer besseren Ausnutzung von Räu- men durch das Betreiben von Shared Desks in Open Spaces, das Optimie- ren der Verfügbarkeit von Meeting- räumen durch den Einsatz von Sen- soren und den damit verbundenen Verbrauchseinsparungen.“
Auf unsere Frage hin, welche weiteren Paradigmenwechsel der Branche be- vorstehen würden, wusste Grande- rath: „Die Enduser, also die Mitarbei- ter unserer Kunden, rücken immer mehr in den Vordergrund. Deswegen kombinieren wir das IoT mit unserem Touchpoints-Konzept, das den Nut- zer an den Berührungspunkten mit unseren Dienstleistungen in den Fo- kus stellt. Sprich: Wie stelle ich den möglichst produktivsten Arbeits- platz für den Mitarbeiter zur Verfü- gung? Daran wird die Qualität unse- rer Leistung zu bemessen sein.“
www.de.issworld.com
Bildmotive Copyright: ISS GmbH












































































   18   19   20   21   22