Page 19 - TREND REPORT November 2017
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TREND REPORT
November 2017 | Smart Services & Smart Citys 19
sie Anbieter und Nachfrager mit- einander vernetzen, wie beispielsweise Ridesharing- und Carsharing-Dienste oder Travelservices. „Komplexer wird es, wenn verschiedene Verkehrsträger und Dienste miteinander vernetzt werden müssen, damit verkehrsträgerübergrei- fend nahtlose Reiseerfahrungen entste- hen.“ Die Wertschöpfungspotenziale jedoch sind mannigfaltig. Beispielswei- se arbeitet SAP an einem o enen Sys- tem für den Betrieb eines E-Fuhrparks, das aber auch für alle elektri zierten Modelle von Fahrzeugen und Ladeinf- rastrukturen in gemischten Fuhrparks eingesetzt werden kann.
Fest steht, für den urbanen Verkehr der Zukunft müssen die richtigen tech- nische Voraussetzungen gescha en wer- den. „Zustandsinformationen von Din- gen lassen sich mit der herkömmlichen Funktechnik gar nicht oder nur mit hohem  nanziellen Aufwand übertra- gen,“bemerkt Wolfgang Krüger, Head of Networks/LoRaWAN bei der Telent- Tochter Netzikon. Abhilfe scha te hier eine nach LoRaWan standardisierte Funkübertragung. „Trotz geringsten Sendeleistungen lassen sich dank dieser Technik diese jeweiligen Zustandsin- formationen nicht nur über große Ent- fernungen sicher übertragen“, so Krüger, „die Batterien der dafür verwendeten Sensoren haben auch eine außerordent- lich hohe Lebensdauer und können damit unabhängig von Stromversor- gung oder Au adeprozeduren einge- setzt werden. Gut tun die Städteoberen daran, den Gedankenaustausch mit ih- resgleichen zu suchen. Kongresse wie der Smart City Expo World Congress, der im November in Barcelona statt-  nden wird, und die Blisscity, die erste deutsche Smart City Convention, or- ganisiert vom Bundesverband Smart City e.V. und der Messe Frankfurt, bie- ten den perfekten Rahmen dazu.
Darüber hinaus kann man sich bei- spielsweise auf der Internetplattform SmartCityNews.global über das welt- weite Geschehen im urbanen Raum in- formieren. Und nicht zu vergessen die Hypermotion, eine neue Messe, die eine Lücke im nationalen und interna- tionalen Messemarkt der Verkehrsmes- sen schließen will. Dazu Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt: „Es ist die erste Veranstaltung ihrer Art, bei der es um die Digitalisierung und Dekarbonisierung geht – und
zwar über alle Verkehrsträger hinweg. Um die Vernetzung und den Austausch aller Teilnehmer zu fördern, setzt dieses neue Veranstaltungsformat auf neue interaktive Formate und bietet „einen spannenden Mix aus Ausstellung, Fachkonferenzen, Workshops, Pitches, Talks und Hackathon“, so Braun.
Smart Services für Industrie und Handel
Durch die Digitalisierung und Smart Services werden herkömmliche Pro- duktionsstrukturen grundlegend infra- ge gestellt. Für den Diplomatic Coun- cil, einen bei den Vereinten Nationen mit Beraterstatus akkreditierten globa- len  inktank, werden Smart Factorys
in Verbindung mit dem 3D-Druck zu einer bisher kaum vorstellbaren globa- len Dezentralisierung der Produktions- ressourcen führen, mit dem Internet der Dinge als Businessplattform. Ent- wicklungs-, Design- und Produktions- zyklen werden in weiten Teilen des produzierenden Gewerbes dramatisch beschleunigt, die Supply-Chain wird extrem verkürzt. Der 3D-Druck macht die Produktion von Nischenprodukten für nur wenige Anwender auch außer- halb großer Industriegelände möglich und  nanzierbar. Mensch, Maschine und Material sind über den gesamten Produktionsprozess hinweg kommuni- kationsfähig und tauschen sich bei Be- darf oder stetig über das Industrial In- ternet of  ings aus.
Smart Services
Smart Services sind unter- nehmensübergreifende und branchenkonvergente Dienst-
leistungsmodelle, die sich durch ihre Nutzerzentriertheit auszeichnen. Grundlage von Smart Services stellen große Mengen aggregierter Daten dar, die durch intelligente Produkte (Smart Products) bereitgestellt werden. So- fern die allgemeinen Bandbreiten- und Latenzzeiten-Voraussetzungen erfüllt sind, sind datenbasierte Dienstleistun- gen extrem agil und können in Echt- zeit erbracht werden. trendreport.de/smart-services
Neue Maßstäbe im Versandprozess
Mit Dr. Johannes Plehn und Thomas Hagemann sprach die TREND-RE- PORT-Redaktion über ihr innovati- ves Logistik-Geschäftsmodell im E- Commerce-Umfeld.
„Unsere Versand-Plattform vernetzt die Carrier-Landschaft Europas“, er- klärt Thomas Hagemann. „So befähi- gen wir Online-Shops jeder Größe, Kunden in ganz Europa schnell, güns- tig und mit dem für ihre Paketstruktur besten Carrier optimal zu beliefern.“ Dabei werden die Sendungen mehre- rer Händler gebündelt und direkt in die Netzwerke der europäischen Car- rier eingespeist. Für den Großteil der Online-Shops können bereits Laufzei- ten von zwei bis drei Tagen im Cross- Border-Versand generiert werden, auch Next-Day-Services sind möglich.
Das Berliner Start-up bringt zusätzlich mit Logistik-Softwareprodukten volle Transparenz in den Paket uss. Die Software Analytics hilft Probleme zu erkennen, bevor sie der Kunde be- merkt. „Bei einem Versandvolumen von mehreren Millionen Paketen pro Jahr fordert bereits eine Fehlerquote von drei Prozent einen hohen Auf- wand im Kundenservice“, weiß Plehn. „Jetzt hat der Shop die Möglichkeit proaktiv auf seine Kunden zuzugehen, bevor diese sich verärgert melden.“ Zudem hilft ein standardisiertes Tra- cking&Tracing, die Kundenbindung zu erhöhen. „Es ist interessant“, kriti- siert Johannes Plehn, „dass Online- Shops viel Geld in die Kundengewin- nung investieren, um diesen nach dem Checkout gezielt auf die Fremd- seite eines Logistikdienstleisters zu
routen.“ Kundenbindungspotenziale, die die Branchenriesen im E-Commer- ce längst nutzen, gehen so verloren. Seven Senders‘ Tracking & Tracing funk- tioniert für nahezu alle Carrier und kann mühelos über ein Widget in den On- line-Shop integriert werden. Auf diese Weise wird der Endkunde während des Versandprozesses in den Shop zu- rückgeleitet. Durch Produktempfeh- lungen auf der eigenen Webseite wer- den dann sowohl Umsätze als auch das Markenbewusstsein gesteigert. Seven Senders selbst versteht sich als Enabler innovativer Lösungen. Im Be- reich Smart City beispielsweise könn- ten Shops zukünftig in ganz Europa befähigt werden, mit der Ko erraum- zustellung eine smarte Logistiklösung für die letzte Meile anzubinden. Auch Livetracking durchläuft im Pilot-Pro- jekt zusammen mit Speditionspart- nern bereits erste Tests. Hier werden Paletten mit GPS-Tags ausgestattet und die Echtzeit-Daten ins Tracking in- tegriert. Der Kunde könnte so zu jeder Zeit exakt seine Ware verorten.
„Unser Ziel für die nächsten Jahre ist klar“, greift Hagemann voraus. „Wir wollen die führende unabhängige Versand-Plattform für Pakete in Euro- pa und der führende Anbieter im Be- reich Operations-Software sein, um Logistiker im E-Commerce-Umfeld glücklich zu machen.“
www.sevensenders.com/de
Thomas Hagemann und Dr. Johannes Plehn vernetzen mit ihrer Platt- form die Carrier-Landschaft Europas zu einem virtuellen Netzwerk.
Bildmotive Copyright: KPS GmbH Bildmotive Copyright: Seven Senders GmbH














































































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