Page 16 - TREND REPORT November 2017
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16 Smart Services & Smart Citys | November 2017
TREND REPORT
bereits heute im Durchschnitt 36 Pro- zent der Energiekosten“, so Krause. Besonders spannend wird seiner Mei- nung nach, wenn smarte Gebäude in Zukunft untereinander vernetzt sind und miteinander „reden“.
Die Firma ISS testet die neuen Mög- lichkeiten gleich an sich selbst und mit ihren Mitarbeitern aus – von der Ge- sichts- und Stimmungserkennung bei Kunden über die automatische Rege- lung des Raumklimas mithilfe diverser im Haus verteilter Sensoren und das Management der verfügbaren oder auch nicht verfügbaren Arbeitsplätze bis hin zur Einweisung von Technikern
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Automatisiertes Cyberrisk-Rating
Die Digitalisierung bringt für die deutsche Wirtscha  viele Fortschritte - aber auch Risiken, wie etwa die Cyber- sicherheit. Die Nachfrage in Unterneh- men nach Cyberversicherungen steigt rasant, dennoch steckt der Markt noch in den Kinderschuhen. Das hat gleich mehrere Gründe: Aufgrund der zu kom- plexen, kostenintensiven oder aus Kun- densicht intransparenten Risikobewer- tungsmethoden nehmen doch wieder viele Unternehmer Abstand.
Hier wird die Marktneuheit cysmo vom IT- und Versicherungsexperten PPI eine echte Ergänzung und die notwen- dige Transparenz für Unternehmens- kunden und Versicherer bieten. Die TREND-REPORT-Redaktion hat cysmo getestet und in wenigen Minuten ein automatisiertes Cyberrisk-Rating er- stellt – sehen Sie hier das Ergebnis: www.trendreport.de/cysmo
per 3D-Brille in Arbeitsabläufe und Wartungsaufgaben. Es wird einfach al- les mal ausprobiert, was Kunden später vielleicht einmal für das Gebäudema- nagement angeboten werden könnte.
Smart Citys
Laut eco und Arthur D. Little wird der Smart-City-Markt in den kommenden Jahren einer der am schnellsten wach- senden Sektoren weltweit und auch in Deutschland sein. 2017 verzeichnete er in Deutschland einen Umsatz von cir- ca 20,4 Mrd. Euro. Bis 2022 soll er sich dann schon auf rund 43,8 Mrd. Euro mehr als verdoppelt haben.
Für Prof. h. c. Dr. Etezadzadeh, Grün- derin und Institutsleiterin des Smart- City.institute, ist eine Smart City „eine Stadt, die nicht nur auf ihren Selbster- halt, sondern auch auf den Erhalt ihrer natürlichen Umwelt ausgerichtet ist. Sie stellt die Lebensqualität aller Be- wohner, den Erhalt des Klimas und der lebendigen Umwelt in den Mittel- punkt der Stadtentwicklung. Eine Smart City strebt nach der Festigung ihrer eigenen Identität, nach lebendi- ger Vielfalt, sozialer Kohäsion und um- fassender Resilienz. Sie hat eine integ- rierte Stadtverwaltung, die e ektiv und nach den Kriterien der Urban Gover- nance arbeitet. Sie verfügt über geeig-
nete Infrastrukturen und nutzt inter- operable Techniken, die Vernetzung von Systemen sowie die Digitalisie- rung, um ihre Ziele zu erreichen, ohne sich technischen Innovationen jemals auszuliefern.“ Dabei wird die Digitali- sierung in alle Lebensbereiche eindrin- gen, und die Städte werden für dieses Ziel insbesondere ihre urbanen Infra- strukturen modernisieren müssen.
Und noch etwas ist klar: Ohne Smart Services keine Smart Citys. Die technische Basis dafür sind IoT- und Cloud-Plattformen, über welche die Daten gewonnen werden, die dann – analysiert und aufbereitet – in die
Intelligente Mobilität in Ballungsräumen
Die TREND-REPORT-Redaktion im Ge- spräch mit Stefan Höchbauer, Regional President Mittel- und Osteuropa, SAP SE.
Welche Herausforderungen müssen Großstädte künftig in puncto Mobili- tät meistern?
Gerade für Ballungsgebiete stellt das wachsende Verkehrsaufkommen eine große Herausforderung dar. Die Be- kämpfung von Staus und der damit verbundenen Abgasemissionen ste- hen daher ganz oben auf der Agenda und zwingen die Städte, neue Lösun- gen zu  nden. Folgendes Szenario wäre künftig denkbar: Sie fahren mit Ihrem Auto in eine Stadt mit kosten- p ichtigen Umweltzonen. Ihr Wagen
Stefan Höchbauer: „Über offene Cloud-Plattformen lassen sich vernetzte Verkehrssysteme in Echtzeit organisieren.“
erkennt, ob er das dortige CO2-Limit einhalten kann und bietet Ihnen Opti- onen an, wie Sie Ihre Gebühr senken können – etwa, indem Sie auf Hybrid- antrieb umstellen oder Ihre Höchst- geschwindigkeit senken. Ein solches System scha t nicht nur Anreize zu umweltbewusstem Fahrverhalten durch niedrigere Gebühren. Es erhöht auch die Attraktivität des multimodalen Stadtverkehrs, indem Fahrer ihr Auto am Rand der Umweltzone parken und auf ö entliche Verkehrsmittel umstei- gen oder Elektro-Scooter und Fahrrä- der nutzen können. Über eine o ene Cloud-Plattform lässt sich ein solches vernetztes Verkehrssystem in Echtzeit organisieren.
Welche neuen Geschäftsmodelle wä- ren denkbar?
Bei intelligenter Mobilität geht es dar- um, Fahrzeuge und Infrastrukturen wie Parkplätze, Tankstellen oder Ladesäu- len über eine Plattform miteinander zu verbinden, um dadurch vernetzte Mobilitätsservices bereitzustellen. SAP kooperiert beispielsweise mit den Un- ternehmen Deutsche Tamoil, Q1, PACE und Tantalum, die über die Plattform SAP Vehicles Network bargeldlose Tank-, Park-, Zahlungs- und standort- bezogene Lebensmittelservices an- bieten. Ein Fahrzeug ist damit nicht mehr nur ein persönliches Transport- mittel – es entwickelt sich zu einem wesentlichen Bestandteil eines neuen, verbundenen und agilen Verbrau- chermarktes. Die Automobilindustrie reagiert auf diese Entwicklung und
verschiebt ihre stark produktorientier- te Sicht auf eine, die Verbraucherer- lebnisse in den Mittelpunkt stellt.
SAP ist ebenfalls im Bereich Elektro- mobilität aktiv. Wie ist hier der Stand der Dinge?
Das Thema Elektromobilität ist für uns untrennbar mit einer smarten städti- schen Infrastruktur verbunden. Mit der Stadt Karlsruhe und EnBW haben wir etwa eine smarte Straßenlaterne ent- wickelt, die nicht nur als Ladestelle für Elektroautos fungiert, sondern über Sensoren auch die Temperatur oder die Luftwerte messen kann. Zudem arbeiten wir mit dem Energieversor- ger EWE bei der Entwicklung einer Prototyp-Lösung für den Betrieb eines eFuhrparks für Corporate- und Lea- sing-Fahrzeug otten sowie Flotten aus Poolfahrzeugen zusammen. Letztlich geht es auch hier wieder um vernetzte Benutzererfahrungen. So kann in Zu- kunft beispielsweise ein Geschäfts- reisender bei Ankunft ein Elektroauto aus einer Car-Sharing-Flotte wählen und direkt einen Parkplatz mit Lade- station an seinem Zielort buchen. Während seines Meetings wird das AutogeladenundvomFlottenservice gewartet. Nach dem Meeting be- kommt er eine Mitfahrgelegenheit zum Flughafen angezeigt und kann sie buchen. Nach der Reise werden alle Belege automatisch erfasst und der Firma in Rechnung gestellt.
https: //www. sap. com/germany/ industries/smart-cities.html
 
Bildmotiv Copyright: SAP SE







































































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