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TREND REPORT
Juni 2017 | Vernetzte Gesellschaft 9
philosophien und -strategien sollten    sequenten Aufbau zukunftsfähiger
50 oder auch 100 Mbit/s ausreichend sein, für die Unternehmen sind sie es nicht. Wie konnte es passieren, dass Deutschland hier so ins Hintertre en geraten ist? Laut den letzten Zahlen des FTTH Council Europe liegt unser Land auf dem vorletzten Rang der für die Erhebung berücksichtigten 31 eu- ropäischen Staaten. Unter anderem, weil die Deutsche Telekom es ver- mochte, Bundesnetzagentur und Re- gierung davon zu überzeugen, dass Vectoring bis auf Weiteres den Anfor- derungen an das schnelle Internet ge- nüge und eine kluge Brückentechnik hin zur Glasfaser darstelle, obwohl es den dringend benötigten, eigentlichen Glasfaserausbau verzögert. In ihrem
Digitales Ökosystem
Ein digitales Ökosys- tem ist ein verteiltes, adaptives, offenes so- zio-technisches Sys-
tem mit Eigenscha en von Selbst- organisation, Skalierbarkeit und Nachhaltigkeit, inspiriert von na- türlichen Ökosystemen.
Die Betonung liegt bei dieser Defini- tion auf „offen“. Bekannte digitale Ökosysteme sind Apple, Google oder Amazon, denen jedoch die Of- fenheit fehlt. www.trendreport.de/ digitale-oekosysteme
kontinuierlich hinterfragt werden, ob sie noch für die künftige Welt taugen, wie sie an die neuen Aufgaben heran- geführt werden können, ob sie auch längerfristig wettbewerbstauglich sind. Dabei müssen die technischen Ent- wicklungen ebenso in die Überlegun- gen ein ießen wie die gesellschaftli- chen Veränderungen. Und natürlich die Entwicklung des Internets.
Das Netzdilemma
Infrastrukturen für das schnelle Inter- net, vorzugsweise mit Geschwindig- keiten ab 1 Gbit/s. Noch aber wird über den Weg zur Gigabitgesellschaft gestritten. Es ist zwar klar, dass nur der Aufbau einer glasfaserbasierten Infrastruktur längerfristig die hohen Datenraten ermöglicht – auch für die fünfte Mobilfunkgeneration (5G) und das Internet der Dinge (IoT) wird sie unverzichtbar sein.
Mit der Entscheidung für den Vecto- ring-Ausbau auf Basis der alten Kup- ferkabel hat sich die Bundesregierung indes selbst den Weg verstellt. Für viele
Mittlerweile hängen ganze Existenzen
vom Zugang zum schnellen Internet
ab. Die Unternehmen und ihre Ver-
bände fordern daher endlich den kon-    Haushalte mögen die damit avisierten
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Wo steht Big Data?
Big Data ist in den letzten Monaten zu einem Hype-Thema avanciert. Die An- wendungsbereiche, in denen Big-Data- Technologien zum Einsatz kommen, werden breiter. Jüngst etwa ermutigte Angela Merkel auf dem IT-Gipfel Ärzte, die Chancen von Big Data zu nutzen.
Im ausführlichen Interview beant- worten Diplom-Informatiker Elmar Na- the und Diplom-Informatiker (FH) Mi- chael Müller aktuelle Fragen rund um das Thema Big Data.
Ausgehend von der Frage, wo die Big- Data-Technologie steht, wird dem Le- ser sehr schnell klar, dass auch dies nur ein Zwischenschritt sein kann. Das Ziel muss die „Data-driven Company“ sein. Spätestens ab diesem Punkt wird Big Data zur strategischen Entscheidung: Was will ich in Zukun  mit meinem Ge- schä smodell erreichen? Wie können mir Daten dabei überhaupt helfen? Die beiden Experten liefern hier Denkan- stöße und schildern, wie ein solches Projekt ablaufen kann.
Das vollständigen Interview lesen Sie auf http://trendreport.de/wo-steht- big-data
Digitalisierung von Innovationen
Die Geschäftsführer der 3DSE Ma- nagement Consultants GmbH, Dr. Stefan Wenzel und Dr. Armin Schulz, sprachen mit der Redaktion über die Erfolgsfaktoren der Digitalisierung in Forschung & Entwicklung.
„Für den Kunden steht nicht mehr nur das reine Produkt im Vordergrund“, er- läutert Schulz, „er erwartet damit ver- bundene Services und Leistungen, die den Alltag erleichtern.“ Konnte man bislang mit Produktqualität punkten, müssen Unternehmen heute ganze di- gitale Ökosysteme generieren. Bereits in der Konzeptphase müssen mögliche Services und Geschäftsmodelle bedacht werden. So können diese später, zum Beispiel mittels Sensorik, schnell inte- griert werden und Mehrwerte scha en. „Solche, um das Produkt herum gene- rierten Ökosysteme“, ergänzt Wenzel, „wirken sich nicht nur auf die eigenen Innovationsprozesse aus, sondern verlangen auch ein‚Sich-Ö nen‘.“
Vertikale Zusammenarbeitsmodelle ent- wickeln sich im Kontext neuer Anforde- rungen hin zu horizontalen, Lieferan- ten und Wettbewerber beispielsweise werden gleichberechtigte Partner. Zu- sätzlich müssen Unternehmen einem steigenden Investitionsbedarf und der zunehmenden Entwicklungsgeschwin- digkeit Rechnung tragen. Dies gilt ins- besondere für Technologien, die nicht zur Kernkompetenz gehören, wie etwa das Internet of Things. Dieses versorgt
die Entwicklungsabteilung beständig mit wertvollen Daten über Nutzerver- halten und Produktzustand und hilft so, neue Produktideen zu generieren. „Unternehmen können die komple- xen technologischen Herausforderun- gen ohne gemeinsame Partnerschaf- ten nicht stemmen“, verdeutlicht Wen- zel und Schulz ergänzt:„Sie benötigen eine für sie zugeschnittene Strategie hinsichtlich ihres Innovations- und Produktportfolios, ihrer internen Un- ternehmensprozesse und ihrer Ablau- forganisation.“
Es gilt, einen „Nordstern“, wie es 3DSE nennt, zu entwickeln: Einen langfristig anvisierten Orientierungspunkt, des- sen Erreichen über mehrere alternati- ve Pfade gesichert wird. Detaillierte Strategien und Umsetzungspläne sind
angesichts der schnellen Veränderun- gen nicht mehr zielführend. „Im Zuge dieser Strategieentwicklung werden zukünftige Handlungsfelder, Prozesse im Unternehmen und Kundenschnitt- stellen de niert, die mittels digitaler Technologien optimiert werden müs- sen“, erläutert Stefan Wenzel. Das for- dert einen Wandel der gesamten Un- ternehmenskultur, beginnend beim Management, um schnell und  exibel auf kommende Veränderungen zu re- agieren, agil zu arbeiten und noch fehlende Kompetenzen aufzubauen. Diesen Wandel begleiten im Unter- nehmen etablierte agile Leadership- Teams, die umsetzungsorientiert eine „eigene digitale DNA“ aufbauen.
www.3dse.de www.fue-leitkonferenz.de
Dr. Schulz und Dr. Wenzel erörtern aktuelle Herausforderungen der Digitalisierung auf ihrer F&E Leitkonferenz am 30. Juni.
Bildmotiv Copyright: 123rf / Cienpies Design - Uruguay



































































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