Page 7 - TREND REPORT Juni 2017
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TREND REPORT
Juni 2017 | Future Store 7
aber auch im stationären Handel hat man es oft mit einer Vielzahl kleiner Einzelbuchungen zu tun. Alle Zah- lungsvorfälle zu bearbeiten und zu überwachen, wird zur zeitraubenden Tätigkeit, die schnell vom Kernge- schäft ablenkt. Hier greifen Dienstleis- ter wie nexnet, Lösungsanbieter von Rating & Billing, Debitoren- & Forde- rungsmanagement. nexnet führt für seine Kunden Massenabrechnungen im Zuge des „Business Process Out- sourcing“ (BPO) aus und übernimmt den kompletten Online- und digitalen Abrechnungsprozess bis hin zur mo- natlichen Buchhaltungsauswertung. Ab dem Zeitpunkt, zu dem der Kunde seine Artikel im Warenkorb ablegt und die Zahlungsweise auswählt, hat der Shopbetreiber mit dem Vorgang somit nichts mehr zu tun. Periodisch erhält er die Geschäftsabschlüsse des BPO- Anbieters, der dafür auch die Haftung übernimmt.
Die Filiale der Zukunft, in der die be- reits technisch möglichen Spielarten der Digitalisierung voll ausgeschöpft werden, ist heute noch nicht an jeder Straßenecke Realität. Doch werden stationäre Händler künftig immer stär- ker auf digitale Mittel setzen, um das Kundenerlebnis, die „Customer-Expe- rience“, zu verbessern. Während Shop- ping auf diese Weise wieder zum Erleb- nis wird, kann man alltägliche Einkäu- fe getrost durch künstliche Intelligenz und Chatbots erledigen lassen. Für den obligatorischen Samstags-Lebensmit- teleinkauf bringt man selbstlernenden Systemen etwa bei, was auf die Ein- kaufsliste gehört. Sie geben automati- siert die Bestellung im Online-Shop ab und sorgen für die Lieferung bis zur Haustür. Der Begri  „Künstliche Intel- ligenz“ ist nach Ansicht von Stefan Maack von Arithnea hier jedoch nicht angebracht. „Wir sollten eher von re- aktiver Intelligenz reden“,  ndet er. „Denn bis heute können Maschinen nur reaktiv agieren, das heißt, sie brau- chen eine Aufgabe und Daten. Was den Handel stark beein ussen wird, ist die Veränderung dieser Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine.“
Erlebnis-Shopping vs. automatisierter Standardeinkauf
So wird sich das Einkaufsverhalten künftig immer stärker diversi zieren.
„
Die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine wird den Handel
Die Deckung des Grundbedarfs wird automatisiert, auf der anderen Seite wird Shopping zum Erlebnis, angefeu- ert durch neue Services der stationären Händler, die Online- und O ine-Mög- lichkeiten miteinander verweben. Der Frage, wie virtuelle Welten, digitale As- sistenten und mobile Kommunikation den Handel verändern und wie unsere Shopping-Welt in zwanzig Jahren aus- sehen wird, ist QVC in seiner Zukunfts- studie Einkaufen 2036 nachgegangen.
Auf Basis aktueller  eorien zum Konsum der Zukunft formulierte Trendforscher und Studienleiter Prof. Peter Wippermann fünf  esen für das Jahr 2036. Zehn Experten aus statio-
närem Handel, E-Commerce, IT und Wissenschaft haben diese  esen ana- lysiert, diskutiert und weiterentwickelt. Weitere Erkenntnisse lieferten Konsu- menten-Workshops, realisiert von Trend- büro Hamburg und TNS Infratest: Im ersten Schritt verrieten Kinder aus der Generation Z im Alter von zehn bis dreizehn Jahren, wie sie sich das Shop- ping der Zukunft vorstellen. Im zwei- ten Schritt gaben Mitglieder der Gene- ration Y im Alter von 20 bis 26 Jahren zu diesem  ema Auskunft.
#ZukunftHandel #retail #FutureStore
BPO: Qualität in der Buchhaltung
Im Gespräch mit der TREND-REPORT- Redaktion erläutert Lars Heucke, CEO bei nexnet, wie durch Automati- sierung digitale Transaktionsvorgän- ge vereinfacht werden können.
Im Zeitalter von Industrie 4.0 leben Produkte und Lösungen in und von ih- rem digitalen Ökosystem. Das bedeu- tet, Services rund um das Produkt werden durch das IoT in Zukunft im- mer wichtiger. Die Subscription-Eco- nomy mit ihren digitalen Online-Stra- tegien und Shops ist auf dem Vor- marsch. Massenbuchungen in Form von Kleinstbeträgen sowie die ange-
Lars Heucke: „Wir prüfen alle Einnahmen der angeschlosse- nen PSPs und damit die Aus- zahlung an unsere Kunden.“
gliederten Payment- und Clearing- Services brauchen Raum. Zusätzlich benötigt die tägliche Buchhaltung Aufmerksamkeit, damit am Ende des Monats die Zahlen stimmen. In die- sem Kontext nahm unser Gespräch mit Lars Heucke Fahrt auf:„Neue Start- ups mittlerer Größe erreichen irgend- wann eine Transaktionszahl, mit der sie nicht mehr zurechtkommen, bei der ihnen die Buchhaltung, salopp ge- sprochen, um die Ohren  iegt.“ Er fährt fort: „Dabei geht es nicht nur um den Payment-Vorgang, der allein schon eine große Herausforderung ist. Charge-back, Stornierungen, Gut- schriften, Vouchers etc. scha en eine zusätzliche Komplexität die nur schwer in den Gri  zu bekommen ist.“
Auch Global Player sind gebunden an internationale Standards und Richtlinien und müssen zum Beispiel die SOX-Com- pliance in der Unternehmenskultur fest verankern. Lars Heucke betonte in die- sem Kontext: „Wir bauen zum Beispiel auch für Dax-Unternehmen ein internes Kontrollsystem samt Monitoring und Dokumentation auf. Einmal im Jahr kommt dann der Wirtschaftsprüfer für zwei Wochen zu uns und prüft intensiv.“
Im Hinblick darauf bietet die nexnet mit ihrer Erfahrung im„Business Process Outsourcing“ (BPO) das nötige Know- how und hält Prozesse vor, die Massen von Transaktionen zu erledigen. Das SAP R3 Modul FI/CA wurde durch die
ständige Weiterentwicklung zu einer kompatiblen Lösung ausgebaut, die auch geforderte Schnittstellen wie z. B. die REST-API bedient. Hierzu dockt sich die Lösung an das Backend oder die Shopsysteme der Kunden an. „Je- den bezahlten Kaufvorgang“, so Heu- cke, „buchen wir damit zeitgleich in un- sere SAP-Systeme.“ Heucke fährt fort: „Über unsere Standardlösung aus der Cloud erhalten wir zuerst die Umsatz- buchungen und bekommen dann die sog. Settlement-Informationen von den „Payment Service Providern“ (PSPs). „Mittlerweile haben wir fast 40 PSPs angeschlossen und erhalten die Infor- mationen gleich online oder über ent- sprechende Schnittstellen der PSPs. Wir buchen dann die Settlements gleich mit, damit wir sehen, wie groß die Forderungen sind und prüfen die Einnahmen von den PSPs und damit die Auszahlung an unsere Kunden.“
Ein weiterer Vorteil des BPO-Ansatzes der nexnet liegt in der Verantwortungs- übernahme monatlicher Abschlüsse und Buchhaltungsauswertungen. Dazu führt Heucke aus: „Sind Fehler in den Daten enthalten, dann müssen wir die- se, nach Rücksprache mit dem Kun- den, so bereinigen, dass der Monats- abschluss wirklich passt, erklärbar ist und abgenommen werden kann, er also mit dem Reporting alles ausweist was notwendig ist.“
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