Page 31 - TREND REPORT Juni 2017
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TREND REPORT
Juni 2017 | Nachhaltige Geldanlagen 31
könnten vom Trend zu energiee zien- ten Gebäuden auch pro tieren, wenn sie nicht gleich eine ganze Immobilie kaufen möchten, erläutert der gelernte Banker. Rund 16 500 Anleger vertrau- en auf das 60 Personen starke Team des Unternehmens, das bisher 139 Projek- te mit einem Gesamtinvestitionsvolu- men von knapp 1,3 Milliarden Euro betreut hat.
Auf die Kraft der Sonne setzen
Stark in Fotovoltaik investiert das Un- ternehmen Neitzel & Cie, nach eige- nen Angaben „der Spezialist für Ener- gie-Sachwertanlagen“. Bisher hat das Unternehmen 22 Fotovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 62 Megawatt Strom erworben. Die Inves- titionen dafür belaufen sich auf rund 160 Millionen Euro. „Mit unserer der- zeitigen Vermögensanlage setzen wir weiterhin auf die Kraft der Sonne, in- dem wir Fotovoltaik-Anlagen in unser Portfolio aufnehmen“, erklärt dazu der Geschäftsführer Bernd Neitzel. Neu für das Programm „Zukunftsenergie Deutschland 4“, für das 50 Millionen Euro, darunter 20 Millionen Euro Ei- genkapital, veranschlagt sind, sei die Kombination von Fotovoltaik und Blockheizkraftwerken. Der Vorteil lie- ge auf der Hand, so Neitzel: „Beide Systeme schonen die Umwelt, und wir fördern die politisch wie gesellschaft- lich beschlossene Energiewende.“
Rohstoffe „Next Generation“
Doch auch Investitionen in Rohsto e der „nächsten Generation“ können als nachhaltige Geldanlage  rmieren, wie Tobias Tretter von der Commodity Ca- pital AG betont. Mit dem Structured Solutions Next Generations Resources Fund investiert das Unternehmen in Rohsto e, die zur Herstellung von Produkten wie etwa Batterien oder Fo- tovoltaikanlagen benötigt werden, al- len voran Lithium, aber auch Kobalt, Gra t oder Zink. „Lithium ist der gro- ße Pro teur der Elektri zierung, und wir sehen weiterhin enormes Potenzial bei Lithium“, sagt Tobias Tretter. Bei den anderen Metallen sieht er ein „ext- remes Angebotsde zit auf die Batterie- hersteller zukommen“. Beispiel Ko- balt: Dieses wird hauptsächlich in der Demokratischen Republik Kongo ab-
gebaut, die aufgrund von Kinderarbeit und grausamer Arbeitsbedingungen als Lieferant nicht in Frage komme: „Inso- fern werden händeringend neue, ver- lässliche Kobaltquellen benötigt“, er- läutert Tretter. „Aktuell ist noch kei- nerlei verlässliche Produktion absehbar, und wir rechnen aufgrund der stark wachsenden Nachfrage mit weiter stei- genden Preisen.“
Überdurchschnittliche Renditen erzielen?
Doch trotzdem erzielen grüne Invest- ments vergleichbare Renditen wie tra- ditionelle Geldanlagen. Nach Ansicht von Barbara Claus, Fondsanalystin bei Morning Star, gibt es Nachhaltigkeits- fonds mit überdurchschnittlicher Wert- entwicklung, so etwa den First State Asia Paci c Sustainability Fund (GB00B 0TY6S22), den Fonds Carnegie World- wide Ethical (LU0122292328) oder den UBS (Lux) EF Global Sustainable (LU0076532638). Andere Experten empfehlen den internationalen Natur- Aktien-Index (NAI), in dem 30 inter- nationale Unternehmen gelistet sind, die anhand ökonomischer und ökolo- gischer Kriterien ausgewählt und von unabhängigen Gutachtern überprüft werden. Laut Handelsblatt haben diese Unternehmen über Jahre hinweg mit elf Prozent pro Jahr im Schnitt eine doppelt so hohe Rendite wie die Un- ternehmen des deutschen Aktien-In- dex (DAX) erzielt.
Regeln für die Anleger
Dennoch sollten Anleger nicht einfach den bunten Werbebroschüren vertrau- en, die „grüne“ Investitionen verspre- chen, sondern ganz genau hinschauen, denn neben vielen weißen Schafen  n- det sich auch das eine oder andere schwarze Schaf unter den Anbietern. Im Zweifelsfall emp ehlt es sich, die auf nachhaltige Geldanlagen speziali- sierte Ecoe ekt, die Stiftung Warentest oder andere Verbraucherorganisationen zu Rate zu ziehen. Wer sich kostenlos informieren möchte, kann auf das un- abhängige Verbraucherportal www.ich- investiere-gruen.de zurückgreifen, das Informationen über Anlagemöglich- keiten bietet. Dabei wird nach Anlage- summe, gewünschter Laufzeit und sonstigen Anlagepräferenzen ein Ange- bot ermittelt und Kontakt zum jeweili- gen Anbieter hergestellt. Fachleute ra-
„
Was genau
bewirkt
eigentlich
ten, bei nachhaltigen Geldanlagen zwei Regeln zu beherzigen: Zum einen feste Ausschlusskriterien zu de nieren und zweitens im Fall ausbleibender Rendi- ten nicht aus falsch verstandener Treue an den Investitionen festzuhalten, son- dern „die Pferde zu wechseln“.
Wer sich über seine Anlagen Gedanken macht, sich klug informiert, sich über den Kurs der Aktien oder Fonds auf dem Laufenden hält und im Extremfall die eine oder andere Investition been- det, kann nicht viel falsch machen. Ei-
chen Geldanlagen.
#GreenAssets #nachhaltige Geldanlagen
Eine Dekade Zukunftsenergie
Investments in erneuerbare Energie: Bernd Neitzel, Geschäftsführer Neit- zel & Cie., spricht über seine langjäh- rigen Erfahrungen.
Herr Neitzel, Sie sind bereits zehn Jahre im Bereich erneuerbarer Ener- gien aktiv. Jetzt haben Sie etwas Neues auf den Markt gebracht?
Ja, mit unserer derzeitigen Vermö- gensanlage „Zukunftsenergie Deutsch- land 4“ setzen wir weiterhin auf die Kraft der Sonne, indem wir Fotovol- taik-Anlagen in unser Portfolio auf- nehmen, kombinieren diese aber mit Blockheizkraftwerken. Beide Systeme schonen die Umwelt und wir fördern die politisch wie gesellschaftlich be- schlossene Energiewende. Hier gibt es noch viel zu tun – und wir sind dabei.
Bernd Neitzel betreibt seit Jah- ren grünes Energie-Asset- Management.
Betreuen Sie die Anlagen selber?
Als Asset-Manager produzieren wir mit unseren Anlagen den Strom selbst und speisen diesen ins Netz ein. Mit kompetenten Partnern ha- ben wir die Leistung diverser Anla- gen verbessert und höhere Erträge erwirtschaftet. Das freut uns – und die Anleger. Diese positive Entwick- lung bestätigt auch ein Blick in unse- re Leistungsbilanz.
Welche Vorteile hat die Betreuung?
Dadurch behalten wir die volle Kont- rolle über die „Performance“ unserer Anlagen. Wir erkennen das Potenzial und schöpfen es aus. Auch können wir schnell reagieren und gegensteu- ern, falls etwas nicht nach Plan läuft. Diese Leidenschaft unterscheidet uns vom klassischen Emissionshaus.
Gibt es eine „Kern-Erkenntnis“ aus zehn Jahren?
Da sein – da bleiben – ruhig weiter antreiben. Märkte und Branchen halten stets Veränderungen bereit, daher sind Kontinuität und Vertrau- en die größten Werte. Zugleich schätzen wir die Möglichkeit, den Markt aktiv zu gestalten sowie Chancen zu nutzen.
www.neitzel-cie.de
mein Geld? “
gentlich genauso wie bei herkömmli-
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