Page 3 - TREND REPORT Juni 2017
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TREND REPORT
Juni 2017 | Future Store 3
Customer-Centricity: G enau wie Tante
können, um den Käufer daraufhin in- dividuell und personalisiert anzuspre- chen.
Zahl der Datenquellen steigt
Mit der Digitalisierung hat sich aber auch für stationäre Händler die Zahl der Quellen vervielfacht, aus denen he- raus heute Daten zum Kunden entste- hen. Vielfältige Informationen liegen zum einen in den IT-Systemen für Kundenmanagement (CRM) und kaufmännische Abwicklung (ERP).
Setzt ein Händler zusätzlich auf einen Online-Shop, kann er dem Kunden dort die Möglichkeit geben, Produkte zu bewerten. Diese Inhalte wiederum werden mit Kommentaren zusammen- geführt, die über Social-Media-Kanäle entstehen. Serviceportale und Chat- Foren sind weitere Kanäle, über die sich Kunden aktiv einbinden lassen. Sie liefern auf diesen Wegen Informati- onen, die der Händler als Basis und Grundlage für künftige Geschäftsent- scheidungen heranziehen kann.
Mobilfunkdaten nutzen
Hinzu kommen Daten, die ein Han- delsunternehmen von außerhalb hin- zukaufen kann. Zum Beispiel sind Mo- bilfunkdienstleister heute in der Lage, anhand von Handydaten Bewegungs- muster ihrer Kunden vor oder in einem Geschäft aufzuzeichnen. Durch zusätz- liche Verfahren lässt sich sogar ermit- teln, aus welchem Einzugsgebiet die Menschen ein Geschäft aufsuchen und welche Verkehrsmittel oder Routen sie dabei bevorzugen. Die hierbei erstell- ten statistischen Analysen enthalten grundsätzlich Aussagen über Personen- gruppen, nie über einzelne Personen. Die Identität der Mobilfunkkunden wird also geschützt; sie haben zudem die Wahl, sich von der anonymisierten Datenanalyse abzumelden.
Diese anonymisierten und nach allen Regeln des deutschen Datenschutzes erhobenen Informationen kann ein Händler nutzen. Der Mobilfunkan- bieter stellt ihm dafür präzise formu- lierte Analyseergebnisse und Empfeh- lungen zur Verfügung, die eine vorab
Future Store -
Kunden kennenlernen
Emma einst die
persönlichen Wissen generieren Vorlieben eines jeden kannte, der ihren Laden betrat, muss ein modernes Handelsunternehmen heute über seine Kunden Bescheid wissen. Um sie an sich zu binden, ihnen individualisierte Angebote machen zu können sowie neue Käuferschichten zu erschließen. Alles im Kopf haben über seine Millio- nen von Kunden kann freilich ein Je  Bezos nicht mehr. Deshalb nutzt der Amazon-Chef heute – und mit ihm be- reits viele (stationäre oder Online-) Handelshäuser – das vorliegende Da- tenmaterial, um den Kunden besser kennenzulernen. So simulieren sie
mit Smart Data mehr
von Frank Zscheile f.zscheile@trendreport.de
gleichsam den Tante-Emma-E ekt.
Zunächst waren es die Onlinehändler, die diese Methoden in den vergange- nen 10-15 Jahren perfektioniert ha- ben. Sie wissen, wie lange Kunden im E-Shop bei welchem Produkt verwei- len, können Querverbindungen her- stellen. So verfügen sie über große Mengen an Daten, die sie auswerten
Bildmotiv Copyright: Pixabay CC0
















































































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