Page 28 - TREND REPORT Juni 2017
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28 Digital Finance | Juni 2017
TREND REPORT
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MOOC für Data Science
Aus Daten lernen, nützliche Vorhersa- gen und Einsichten gewinnen mit dem MOOC CS109 Data Science der Harvard University. Der frei zugängliche Online- Kurs beschreibt die Methoden für fünf Schlüsselfacetten einer solchen Unter- suchung: Datenummantelung, Reini- gung und Probennahme, Datenmanage- ment, sowie Explorative Datenanalyse, Vorhersage und Kommunikation der Ergebnisse. Weitere Informationen unter: www.trendreport.de/mooc- Data-Science
ner Ampel aufgeladen werden. Die da- bei entstehenden Kleinstkosten werden mithilfe der Blockchain-Technologie ausgeglichen.
Der Untergang des Monopols
Mit der „Payment Service Directive 2“ (PSD2) will die EU den Wettbewerb im europäischen Zahlungsverkehr fördern und ihn damit sicherer, bequemer und billiger machen. Ob die Brüsseler Ab- geordneten dabei wirklich abschätzen können, welche Folgen diese Richtlinie hat, ist jedoch fraglich. Dabei ändert sich „nicht weniger als das gesamte Verhält- nis zwischen Bank und Kunde“, pro- phezeit Jochen Werne. „Banken müs- sen künftig dritten Zahlungsdienstean- bietern und anderen Banken Zugri  auf die Kontodaten ihrer Kunden gewäh- ren“, erläutert Simon Oberle von Sopra Steria Consulting. Dem Verbraucher- schutz wird dabei insofern Rechnung getragen, dass die Institute ausschließ- lich für den zuvor angefragten Zweck
den Zugri  auf Schnittstellen zulassen dürfen. Nutznießer können hier vor al- lem die FinTechs sein, die durch die Analyse der Daten einen echten Mehr- wert liefern können. „Die PSD2-Richt- linie birgt die Chance für echte Inno- vationen“, ergänzt Oberle und nennt als Beispiel eine App, die kostenlos das Kon- to bezüglich der Ausgaben für Strom und Gas überprüft und auf Wunsch auto- matisch zu einem günstigeren Anbieter wechselt. „Es gilt also, sich als First Mo- ver frühzeitig für neue Zahlungsdienste zu positionieren. So machen sich Ban- ken auch attraktiv für digitale Partner- schaften“, emp ehlt der Experte.
Unisono scheint man in der Branche die Bedeutung des Kunden erkannt zu haben und rückt diesen mit einem An- gebot innovativer Produkte und Dienstleistungen in den Mittelpunkt. Trotz neuer Gebühren scheint es sich dabei um mehr als bloße Lippenbe- kenntnisse zu handeln. Zu Ende ge- dacht bedeutet dies für die Filialban- ken, sofern sie bestehen bleiben wol-
len, dass sie sich von einem „Ort des Geldes“ zu einem „Ort des Sozialen“ wandeln müssen, wie Klaus-Peter Bruns einen Ausblick wagt. Dabei spielt ein erweitertes Serviceangebot ebenso eine Rolle wie die soziale Kompetenz des Beraters, der nur dadurch einer KI à la Watson überlegen bleibt.
„Blitzen gleich, die neue Wege bah- nen“, beschrieb einst der Philosoph die Macht der Brücken. Es scheint fast so, als spräche er über unsere Zeit und die überwundene Kluft zwischen einer al- ten Bankenriege und der neuen Gene- ration der FinTechs. Pro teur ist vor allem der Endkunde. Für ihn werden die Brücken gebaut, um ihn über die Wellen des Finanzmarktes auf hell er- leuchtetem Wege in eine innovative Zukunft zu geleiten.
#digitalbank #fintech #banken
Deutschlands neue Anlageklasse
Robin Buschmann, Geschäftsführer von Giromatch, spricht mit der TREND-REPORT-Redaktion über das Konzept Deutschlandportfolio.
Private und institutionelle Investoren, die Geld für bis zu fünf Jahre anlegen möchten, können bei Giromatch in ein automatisch gestreutes Kreditportfo- lio investieren. „Wir haben dieser Anla- geklasse den Namen Deutschland- portfolio gegeben“, erklärt Busch- mann. Die dahinterstehenden Kredite werden über die digitale Banking-Platt- form vollkommen automatisiert verge- ben. Die Qualitätskontrolle übernimmt ein risikoaverser Filterprozess. Im Ver- gleich zu anderen Kreditmarktplätzen werden zwar etwas geringere Zinsen angeboten, dafür will Giromatch mit einem starken Kreditnehmerpro l punkten.„Die strenge Bonitätsprüfung schützt diejenigen, die bei uns Geld anlegen wollen“, führt Buschmann aus.
Das Deutschlandportfolio positioniert sich im Anlageuniversum zwischen der Bankeinlage und dem Aktienin- vestment. Dort fehlt es derzeit an at-
traktiven Anlagemöglichkeiten. „Ge- streute Kreditportfolien sind erst durch die Digitalisierung und die Ver- netzung der Bankkunden zu einer An- lageklasse gereift, die jetzt für jeder- mann zugänglich ist“, erläutert der Fir- mengründer und weist auch auf das innovative Rendite-Risiko-Pro l hin: „Mit dem Deutschlandportfolio wollen wir vor allem Anleger ansprechen, die zwar mehr Rendite als auf ihrem Ta- gesgeldkonto suchen, dafür aber nicht die größtmöglichen Risiken eingehen wollen. Durch die digitale und auto- matische Abwicklung können wir den größten Teil der Kreditnehmerzinsen an unsere Anleger weiterleiten“, führt er weiter aus. In 2016 haben Anleger dadurch laut Aussage der Macher eine Rendite von 3,65 Prozent p. a. verdient.
Die wichtigste Maßnahme der Platt- form in Bezug auf das Thema Sicherheit ist es, keine konzentrierten Investments zuzulassen. Ein eigens entwickelter Matching-Algorithmus ermöglicht im- mer eine optimal diversi zierte Inves- tition. „Die Risiken können durch die automatische Streuung deutlich redu-
ziert werden“, argumentiert Buschmann. BeiderAuswahlderKreditnehmerach- tet das Risikomanagement unter ande- rem darauf, nur Kreditnehmer mit einem Minimum-Schufa-Rating zwischen A und F zuzulassen. „Das durchschnittli- che Einkommen unserer Kreditnehmer liegt bei 2 600 Euro, das Durchschnitts- alter liegt bei 41 Jahren“, erklärt Busch- mann.„Unser Risikoprozess unterschei- det sich nicht fundamental von dem ei- ner Bank, er ist nur deutlich schneller und e zienter“, führt er weiter aus.
Eine verbesserte Risikobewertung soll letztendlich dadurch erreicht werden, dass einzelne digitale Bausteine auto- matisch aufeinander abgestimmt und miteinander abgeglichen werden. Als Beispiel dienen hier die digitalen Kon- toauszüge. Diese ermöglichen es, An- gaben des Kreditnehmers in Echtzeit zu veri zieren und mit den Daten der Schufa und den Ausweisdaten abzu- gleichen. Durch solche und ähnliche Maßnahmen soll sich in Zukunft das Deutschlandportfolio„als eine vertrau- ensvolle Anlageklasse etablieren“, ver- rät Buschmann.
Robin Buschmann generiert mit dem „Deutschlandportfolio“ eine neue, attraktive Anlagemög- lichkeit.
Sollte am Ende der Laufzeit der Investi- tion tatsächlich eine negative Rendite erzielt werden, soll ein extra eingerich- teter Sicherungspool für den Kapi- talerhalt sorgen. Gefüllt wird dieser mit einem kleinen Prozentsatz von je- dem Kredit, der über die Plattform ver- geben wird. Zusammenfassend be- tont Buschmann:„Durch die Automati- sierung sparen unsere Kunden vor allem Zeit und Geld, egal ob sie einen Kredit benötigen oder Geld anlegen möchten.“
www.giromatch.com
Bildmotiv Copyright: Giromatch GmbH










































































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