Page 19 - TREND REPORT Juni 2017
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TREND REPORT
Juni 2017 | New Work & Arbeiten 4.0 19
Projektplanung zu implementieren. Ein Unternehmen, das an derartigen Lösungen, also auch unter der Berück- sichtigung von Fähigkeiten, arbeitet, ist Can Do. Der Softwareentwickler verspricht mit seiner Software eine Ka- pazitätsplanung auf Basis der Fähigkei- ten. Dies steigere die E zienz der Ein- satzplanung und liefere zudem einen Beitrag in der Analyse des Skill-Be- stands eines Unternehmens gemessen an den Anforderungen der Zukunft, so die Selbstbeschreibung. Somit liefert die Software direkt auch Informatio- nen und Analysen für die strategische Personalplanung.
Einen weiteres Buzzword der Stunde ist Agilität – ein wohl aus der IT-Bran- che hervorgegangener Impuls. Agil und  exibel zu sein, wird immer mehr zu einer Grundvoraussetzung im Wett- bewerb und im Hinblick auf die Zu- kunftsfähigkeit der Unternehmen. Sie wird nach einer Studie von Kienbaum und Stepstone zudem von der Mehr- heit der Arbeitnehmer gewünscht, da mit ihr auch  achere Hierarchien und Einbeziehung einhergehen.
Flexibilität in allen Bereichen
Und: Unternehmen nutzen damit neue Organisations- und Führungsins- trumente, die sich deutlich von den klassischen Führungsinstrumenten ab- grenzen. Laut dem Personalberatungs- unternehmen Kienbaum sind das zum Beispiel Tribal Organization, Radical- Agility-Ansätze oder Objective-Key- Results. Zentrales Prinzip dieser neuen Führungsinstrumente ist nach Aussage der HR-Experten eine deutliche Flexi- bilisierung von Zugehörigkeiten und Zuständigkeiten, sodass in diesem Kontext häu g auch von Fluid Organi- zations gesprochen werde.
Eine andere Art der Flexibilität bietet Edenred an. Mithilfe von Gut- scheinen bzw. Gutscheinkarten unter- stützt das Münchner Unternehmen da- bei, Mitarbeiter zu motivieren und zu binden. Hierbei nutzt man diverse Möglichkeiten steuerfreier Gehaltsext- ras. So lässt sich eine monatliche Zu- wendung von 44 Euro realisieren. Die- se Grenze gilt es jedoch dringend ein- zuhalten, rät Christel Constant, Director Sales & Customer Experience bei Edenred Deutschland: „Ein Über-
Führen mit Skill-Management
Über künstliche Intelligenz und skill- basierte Kapazitätsplanung unter- hielt sich die TREND-REPORT-Redak- tion mit Thomas Schlereth, CEO und Founder von Can Do.
Durch Menschen mit Fähigkeiten kann ein Unternehmen mehr wert sein, als es die schlichten Zahlen widerspie- geln. Wäre das nicht auch eine wichti- ge und zeitgemäße Perspektive der Unternehmensbewertung? Abseits von Ertragskraft, Umsatz oder Liquidi- tät sollte auch das Know-how der Fir- ma und damit das der Mitarbeitenden bewertet werden. Dieses Leitgedan- kens hat sich Thomas Schlereth ange- nommen und eine Lösung mit skill- basierter Kapazitätsplanung entwickelt. „Eine zukunftsfähige Ressourcenma- nagement-Lösung muss zwei Dinge erfüllen: Sie muss die quantitative Ka- pazitätsplanung um die Kategorie Skills erweitern, also um Fähigkeiten der Mitarbeiter. Zusätzlich benötigt wird eine Art künstlicher Intelligenz, die mit innovativer Algorithmik die Komplexität dieser ganzen Verhältnis- se darstellen kann“, betont Schlereth. „Wenn Sie nun an Skill-Kombinatio- nen denken, die in der Planung Millio- nen von Kombinationen erzeugen, kann ein Mensch diese unmöglich überblicken. Künstliche Intelligenz hilft hier, Ordnung und Übersicht in diese Situationen zu bringen.“
Nachdem das Management seine Zu- kunftsstrategie formuliert hat und die Vorhaben de niert sind, können die zur Umsetzung benötigten Skills nach und nach erfasst, besetzt oder aufge- baut werden. Dafür brauchen Unter- nehmen eine zentrale, gep egte Skill- Bibliothek, die auf Knopfdruck Aussa- gen zum Skill-Bestand, Skill-Bedarf und möglichen Quali zierungslücken liefert. Thomas Schlereth ergänzt dazu: „Das erleichtert die strategische Per- sonalplanung und bietet beispiels- weise die Möglichkeit, Skill-Pro le mit Stellenanzeigen zu verknüpfen, die im Bedarfsfall automatisch geschaltet werden.“ Charmant sei auch ein mög- liches Skill-Scoring: Da bestimmte Skills stärker gefragt sind als andere,
können diese bewertet werden. Zur Identi kation der geeigneten Projekt- mitarbeiter greifen Planer idealerwei- se auf eine zentrale Skill-Bibliothek zu, wo diese angelegt und verwaltet wer- den. Den Mitarbeitern sind entspre- chende Skills zugeordnet. Planer kön- nen sich dadurch den Bestand an Skills im gesamten Unternehmen und bei einzelnen Mitarbeitern ansehen.
Der Planer orientiert sich in seiner Res- sourcenplanung nicht mehr an einzel- nen Mitarbeitern oder an Abteilun- gen, sondern plant direkt mit den Skills bzw. deren Kombination plus dem geschätzten Aufwand. Die Soft- ware analysiert in Echtzeit, ob es je- manden im Unternehmen mit dieser Kombination gibt, der zum angefor- derten Zeitraum mit dem hinterlegten Aufwand verfügbar ist.
Die People-Management-Lösung von Can Do errechnet grundsätzlich die vorhandene Kapazität der Skill-Kom- bination. Dabei werden sogar Teams berücksichtigt, die gemeinsam die Aufgabe lösen können. In dieser stra- tegischen Planungsphase geht es also noch nicht um die tatsächliche Per- son, sondern nur um die grundsätzli- che Kapazität. Danach schlägt die Software die am besten geeigneten verfügbaren Mitarbeiter vor, aus de- nen dann gewählt werden kann. Schlereth betont:„Daher ist es wichtig,
Skills und Verfügbarkeiten miteinan- der verknüpft und bezogen auf die gesamte Organisation im Blick zu ha- ben und den Mitarbeiter idealerweise aus der 360°-Perspektive zu planen.“
Ziel der Can-Do-Lösung ist es auch, bei der Erledigung von Aufgaben nie- manden zu über- oder unterfordern, weil immer der richtige Mitarbeiter auf Basis seiner Fähigkeiten für das richtige Projekt gefunden wird. Wenn man laut Thomas Schlereth die Skills und Skill-Kombinationen mit Kapazi- täten verknüpft, könne insgesamt ein realistisches Bild dessen entstehen, was eine Organisation zu leisten ver- mag. Eine elementare Information, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Schlereth erklärt abschließend weiter: „Gleichzeitig identi ziert die Software Bedarfslücken in puncto Skills und Ka- pazitäten. Mit diesem Wissen können Unternehmen einem zu erwartenden Fachkräftemangel rechtzeitig entge- genwirken. Im Rahmen der strategi- schen Personalplanung werden die ei- genen Mitarbeiter exakt so fortgebil- det, dass sie die künftigen Aufgaben erfüllen können. Sollten mehr Mitar- beiter erforderlich sein, können diese bedarfsorientiert eingestellt werden. Unternehmen wissen so, was und wen sie brauchen.“
www.can-do.de
„Eine zukunftsfähige Ressourcen- management-Lösung muss die Fähigkeiten der Mitarbeiter berücksichtigen“, betont Tho- mas Schlereth.
Bildmotiv Copyright: UC Point GmbH, Steinbeis Hochschule Bildmotiv Copyright: CanDo















































































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