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TREND REPORT Juni 2017 | Vernetzte Mobilität 13
Vernetzte Mobilität
Unter Mobilität wird schon lange nicht mehr die reine Be- wegung von Men- schen und Gütern von A nach B verstanden. Die Nutzer können mittlerweile aus einer Vielzahl von „Geräten“ und Services zur Erfül- lung ihres Bewegungsdrangs wählen. Dabei legen sie immer mehr Wert auf nachhaltige Mobilitätskonzepte, die ei- nen Mehrwert bringen und dabei mög- lichst auch noch umweltfreundlich sind.
Ein wichtiger Aspekt des neuen, nach- haltigen Mobilitätsgedankens ist die Vernetzung. Und dies meint nicht zwangsläu g nur die Kommunikati- onsnetze. Notwendig ist beispielsweise auch ein  ächendeckendes Netz an Stromtankstellen, soll die Elektromo- bilität endlich zum Erfolgsmodell wer- den. Oder Wassersto -Tankstellen für Brennsto zellenautos.
„Ohne Vernetzung bleibt die Mobilität auf der Strecke“, heißt daher aus gutem Grund auch eine der zentralen Aussa- gen der Zukunftsstudie „Mobilität.Er- füllung.System. Zur Zukunft der Mo- bilität 2025+“ des Münchner Kreises. Für sie wurde ein vernetztes „Mobili- tätserfüllungssystem“ untersucht, um aufzuzeigen, „wie wir den zukünftigen
Für die Mobilität der Zukunft benötigen wir Kundenzentrie- rung und müssen
in vernetzten, zu- sammenhängenden Mobilitätssystemen denken.
Bedarf an Mobilität erfüllen können“. Hiernach werden „die größten Anfor- derungen an die Mobilität der Zukunft die Kundenzentrierung sowie die Not- wendigkeit, in einem vernetzten, zu- sammenhängenden Mobilitätssystem zu denken“, sein. Zusatznutzen wer- den künftig die Wahl des Transport- mittels stark beein ussen.
Zuerst werden die großen Städte die Herausforderungen merken. Schon heute stellen Umweltverschmutzung, Abgase und Staus die Stadtoberen vor Probleme. Wie gut deutsche Städte auf die digitale Mobilität vorbereitet sind, untersuchte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusam- men mit PricewaterhouseCoopers (PwC) für eine Verkehrsstudie in den 25 größten Städten Deutschlands. Sie stellten fest, dass aktuell eher Automo- bilkonzerne, IT-Unternehmen oder neue Mobilitätsdienstleister die trei- benden Akteure sind. Die Städte selbst sind bisher noch nicht gestaltend aktiv, obgleich sie die Bedeutung autonomer Fahrzeuge für die Stadtentwicklung er- kannt haben („Autonomes Fahren kann einen wichtigen Beitrag für den ÖPNV und die Entsorgungswirtschaft leisten.“) und es auch schon überzeu- gende Best Practices gibt. Die Wissen- schaftler empfehlen, dass der ÖPNV bei der Lösung der anstehenden Aufga-
ben eine führende Rolle übernimmt, indem er z. B. Echtzeitdaten nutzt und andere Anbieter z. B. mit Mietfahrrä- dern oder auch -autos für eine gute Tür-zu-Tür-Mobilität einbindet. Ne- ben dieser Studie begleitet das DLR die digitale Mobilität mit diversen Pilot- projekten. Dazu gehören z. B. der Test der Kommunikation zwischen einem automatisierten Fahrzeug und der Am- pel an einer Kreuzung. Oder der sinn- volle Einsatz des Carsharings und von Elektrofahrzeugen, insbesondere in Fuhrpark otten.
Mit Worten wie „Nutzen statt besit- zen“, „Pay per Use“ und „On-De- mand-Mobilität“ charakterisiert Claus Grunow, Leiter Markt-, Geschäfts- und Produktentwicklung bei Deutsche Bahn Connect, die Vorstellung seines Unternehmens von der digitalen ver- netzten Mobilität der Zukunft. „In ei- nigen Jahren wird die heutige Tren- nung zwischen Fleet- und Travel-Ma- nagement nach unserer Überzeugung nicht mehr existieren“, so Grunow. Nicht mehr die Fahrzeuge, sondern die gesamthafte Mobilität der Mitarbeiter im Unternehmen werde dann in den Fokus rücken. „Der Fuhrparkmanager wird dann – quasi als Mobilitätsmana- ger – ein clever vernetztes Mobilitäts- portfolio verwalten und steuern, zu dem neben intelligenten Fuhrparklö-
von Brigitte Kasper, b.kasper@trendreport.de
Bildmotiv Copyright: DBConnect GmbH, Andreas Henn






















































































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