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TREND REPORT
Juni 2017 | Vernetzte Gesellschaft 11
schiere Menge allein macht es nicht. Auf die Auswertung kommt es an, um die richtigen Schlüsse ziehen zu kön- nen. Für Rainer Otto, Geschäftsführer der enPortal GmbH, die einen Ener- gie-Online-Marktplatz betreibt, über den Firmen Ausschreibungen tätigen und mit Anbietern in Kontakt treten können, lag eine Herausforderung dar- in, „die Daten so intuitiv und über- sichtlich in Verbindung zu setzen, dass Kunden schnell einen Überblick über ihren Verbrauch, ihre Kosten und Ver- träge haben.“ Damit nicht genug: „Alle Angebote mussten standardisiert wer- den, um sie beispielsweise im Bieter- spiegel vergleichbar zu machen.“ Für diese hochqualitative Auswertung von Unmengen an Daten werden künftig
eigenen digitalen Ökosystem angebo- ten werden können, pro tieren. In die- sem Zusammenhang kommt dem Ge- nossenschaftsgedanken, der an sich nicht neu ist, eine ganz neue Dimensi- on zu. Traditionelle genossenschaftli- che Finanzgruppen können hier auf ei- nem Vertrauensvorschuss ihrer Kun- den aufbauen, während sie mit ihnen zusammen Schritt für Schritt den Weg hin zu einem digitalen Ökosystem ge- hen. Unternehmen, die in diesen her- ausfordernden Zeiten rund um ihr Produkt oder ihre Produkte und Lö- sungen ein digitales Ökosystem aufzie- hen wollen, dürfen auf diesem Weg nicht die Orientierung verlieren. Pro- fessionelle, zukunftsgerichtete Bera- tungsunternehmen können sie dabei
unterstützend begleiten. Aber auch Veranstaltungen wie die im September von der TU München organisierte Konferenz „Digitale Transformation – Gibt es einen eigenen Weg für Deutschland?“ helfen bei der Neuposi- tionierung des Unternehmens. Vielleicht ist es gar nicht so schwer, ein digitales Ökosystem zu erscha en, sofern der Wille vorhanden ist, die ausgetretenen Unternehmerspuren zu verlassen, kei- ne Angst vor Veränderungen und selbst vor Fehlern zu haben, und man Durch- haltewillen besitzt, falls sich der Erfolg nicht unmittelbar einstellt. Nur wer anfängt, kann auch Erfolg haben.
#DigitaleTransformation #vernetzteGesellschaft #digitaleÖkosysteme
Rainer Otto (li.) und Clemens Graf von Wedel, CEOs enPortal, digitalisieren den Strom- und Gaseinkauf.
Energieeinkauf online
Unternehmen können heute ihre Energiebescha ung vollständig on- line generieren. Im Hintergrundge- spräch mit der TREND-REPORT-Re- daktion erläutern Rainer Otto und Clemens Graf von Wedel, wie die Di- gitalisierung zu mehr Transparenz im Energieeinkauf beitragen kann.
„Unsere Kunden sind Unternehmen, die jährlich mehr als 100 000 Kilowatt- stunden an Strom oder Gas verbrau- chen“, erklärt Rainer Otto, Geschäfts- führer von enPortal. „Diese sollten die Chancen der Digitalisierung er- greifen und Portale nutzen, die den intensiven Wettbewerb im Markt ab- bilden“, ergänzt Geschäftsführer Cle- mens Graf von Wedel. enPortal ist ein solches Portal, über das Firmen Aus- schreibungen tätigen und mit Anbie- tern in Kontakt treten können: Der Dienstleister ist seit zehn Jahren auf dem Markt und gehört zu den digita- len Vorreitern in der Branche.
Wettbewerb von 600 Lieferanten auf dem Portal
Zu den Kunden zählen mittlere und große Unternehmen, aber auch klei- nere Gewerbe rmen. „Kunden und Lieferanten kommunizieren ausschließ- lich digital miteinander und tauschen über die Cloud alle Daten und Infor- mationen aus“, erklärt von Wedel. So pro tierten Einkäufer in den Unter- nehmen „von einem Wettbewerb un- ter rund 600 Lieferanten auf unserem Online-Marktplatz.“ Auch für die Ver- sorger sei das Portal ein e zientes Vertriebstool, so Rainer Otto, mit dem sie schnell neue Kunden gewinnen könnten. Wichtig ist enPortal die Neu-
tralität, die für mittlere und große Unternehmen über eine „feste, jährli- che Gebühr“ gewährleistet wird. Da- für erhält der jeweilige Kunde einen festen, persönlichen Kundenbetreu- er und die Möglichkeit, das Portal zu nutzen. „Durch die e zienten Online- prozesse sparen Energieeinkäufer nach der ersten Ausschreibung oft das Vielfache von dem ein, was sie uns zahlen“, sagt Clemens von Wedel.
Fester Ansprechpartner inklusive
Wichtig ist enPortal die hohe Digitali- sierung einerseits, die gute Kunden- betreuung andererseits: Der jeweili- ge Ansprechpartner sei mit den indi- viduellen Rahmenbedingungen rund um den Energieeinkauf vertraut. An- ders sieht der Service für die Gewer- bekunden aus – hier sind es die Liefe- ranten, die eine feste, gleich hohe Vermittlungsgebühr für jeden ge- wonnenen Kunden zahlen. „Gewer- bekunden nutzen das Portal kosten- frei, weil sie nur ausschreiben wollen und erweiterte Features im Portal wie etwa die automatische Lastgang-Ak- tualisierung, Benchmark oder Netzent- geltprüfung nicht benötigen“, teilt Rainer Otto mit. Man lege großen Wert auf Fairness, Transparenz und Nach- vollziehbarkeit im Prozess, betonen die Geschäftsführer. Die Digitalisierung wird inzwischen weiter vorangetrie- ben, um Zeitaufwand und Komple- xität für den Kunden zu reduzieren. Dazu zählen neue Tools zur Auswer- tung komplexer Daten ebenso wie die anvisierte Echtzeitkommunikati- on zwischen den Marktteilnehmern.
www.enportal.de
HANDBUCH DIGITALISIERUNG
Open-Content für Sie:
Seit Januar 2017 ist das erste gemein- freie Werk als Fachbuch und Wegweiser für Unternehmen zum Thema Digitali- sierung am deutschen Markt erschie- nen. Das Handbuch geht mit einer Creative-Commons-Lizenz und einer lebendigen Autoren-Community an den Start. Der stets aktuelle Begleiter für den digitalen Wandel.
ISBN: 978-3-9818482-0-5
www.handbuch-digitalisierung.de
immer häu ger Systeme herangezogen, deren Algorithmen auf künstlicher In- telligenz basieren. Dr. Ulrich Kamp - meyer, Gründer und Geschäftsführer der Unternehmensberatung Project Consult, sieht drei wichtige Entwick- lungen: selbstlernende Systeme, Ent- scheidungssysteme und Individualisie- rung, die „nicht mehr nur die Kunden- kommunikation in Bezug auf personalisierte Ober ächen, sondern auch zunehmend auf individualisierte Produkte, zum Beispiel bei Finanz- dienstleistungen und Versicherungen, betri t“. Auch traditionelle Banken werden sich diesem Strukturwandel nicht entziehen können. Stellen sie es klug an, können ihre Kunden bald von einer Vielzahl neuer, auch personali- sierter Services, die auch von externen Anbietern wie z. B. FinTechs im bank-
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